2.11.2018 17:30
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Krankheit
Blauzungenvirus in Nordwestschweiz
Seit September ist auf 9 Betrieben in der Nordwestschweiz das Blauzungenvirus BTV-8 vor allem bei Rindern, aber auch bei Schafen nachgewiesen worden.

Die meisten Tiere sind nur leichtgradig erkrankt, wie das BLV auf seiner Website schreibt. Bei den Betrieben, bei denen bei den Tieren keine klinischen Anzeichen zu erkennen sind, wird der Bestand gesperrt, ohne dass weitere Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Ein Verbringen einzelner Tiere in eine andere Tierhaltung ist jedoch möglich, sofern die Tiere vorher negativ auf das Blauzungenvirus getestet worden sind. 

Die seuchenpolizeilichen Massnahmen gelten bis zum 1. Dezember, anschliessend werden sie aufgehoben, da der Insektenflug bereits im November stark abnimmt. Die Krankheit wird durch Insekten übertragen. Laut BLV hat vermutlich das warme Wetter die Verbreitung des Virus begünstigt. Amtlich angeordnete, präventive Impfungen sind aktuell nicht geplant. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Es gibt vom Virus der Blauzungenkrankheit (Bluetongue-Virus BTV) mindestens 26 verschiedene Serotypen mit unterschiedlicher Virulenz und Verbreitung. In der Schweiz war vor allem der Serotyp BTV-8 aktiv. Alle Wiederkäuer sind empfänglich. Aber eine klinische Erkrankung wird meist nur bei Schafen und Rindern gesehen. Je nach Serotyp verläuft die Krankheit unterschiedlich. Bei Schafen kann die Krankheit von unauffällig bis sehr gravierend verlaufen. Bei Rindern und Ziegen ist die Infektion meist ohne sichtbare Symptome.

Das infektiöse Virus ist bei Schafen bis zu einem Monat nach der Infektion nachweisbar, bei Rindern bis zwei Monate. Hohes Fieber kann begleitet sein von Entzündung der Schleimhäute. Störungen an den Gefässen führen zu Blutungen und Ödembildung. Eine bläuliche Verfärbung (Zyanose) im Maulbereich und an der Zunge ist möglich. Daher kommen auch die Namen Blauzungenkrankheit oder Bluetongue. Typisch sind Ödeme im Kopfbereich und an den Extremitäten. Schaumiger Speichelfluss, seröser bis eitriger Nasenausfluss und Atembeschwerden sind häufig. Speziell bei der Infektion mit BTV-8 treten je nach Trächtigkeitsstadium Aborte und die Geburt von „dummen“ Kälbern und Lämmern auf (Hirnmissbildung).

Im Seuchenfall sind umfassende Bekämpfungsmassnahmen erforderlich, die auch wirtschaftlich ins Gewicht fallen.

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