24.01.2018 15:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Grossbritannien
Brexit: Tierarztmangel befürchtet
Einen deutlichen Tierärztemangel und eine Unterversorgung mit Tierarzneimitteln und Impfstoffen im Vereinigten Königreich sieht der Europäische Tierärzteverband (FVE) durch den Brexit auf das Land zukommen.

Wie FVE-Vizepräsident Dr. Rens van Dobbenburgh beim diesjährigen Neujahresempfang des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) vergangene Woche in Berlin berichtete, ist der EU-Ausländeranteil bei den Tierärzten in Grossbritannien sehr hoch.

Diese nutzten bisher vor allem die Arbeitnehmerfreizügigkeit der EU. Auch die angestrebten höheren Absolventenzahlen bei den Veterinären auf der Insel reichten da nicht aus, stellte der Niederländer fest. Bei der Versorgung mit Tierarzneimittel und Impfstoffen könnte es ebenfalls zu Engpässen kommen, wenn die Hersteller aus Kostengründen kein eigenes Zulassungsverfahren für Grossbritannien anstrebten.

Zudem sei der künftige Zugang des Vereinigten Königreichs zu den EU-Impfstoffbanken nicht geklärt. Auf der anderen Seite fürchtet Dobbenburgh aber auch einen Expertenverlust durch den Umzug der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) von London nach Amsterdam. Der FVE-Vizepräsident sprach sich deshalb für die fortgesetzte Anerkennung der Abschlüsse und Zeugnisse im Veterinärbereich aus.

Auch bei den Arzneimittelzulassungssystemen müssten Verknüpfungen aufgebaut werden. Lebensmittelsicherheit und Tierschutz müssten auf dem heutigen Stand erhalten bleiben, mahnte Dobbenburgh. Als Gute Nachricht wertete der Niederländer die bisherige Ankündigung der British Veterinary Association (BVA), den FVE nicht verlassen zu wollen.

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