29.05.2015 11:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Tiergesundheit
BSE: Risiko neu «vernachlässigbar»
Das Risiko der Rinderseuche Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) gilt in der Schweiz neu als «vernachlässigbar». Die Weltorganisation für Tiergesundheit hat die Schweiz in die sicherste Kategorie eingestuft. Zuvor galt das Risiko als kontrollierbar.

Die neue Einstufung sei eine Belohnung für den jahrelangen Kampf gegen BSE, teilte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Freitag mit. Der Statuswechsel bringe Erleichterungen beim Export. Sporadische Fälle könnten aber weiterhin nicht ausgeschlossen werden.

1990 wurde in der Schweiz der erste BSE-Fall entdeckt. BSE wurde 1986 in Grossbritannien erstmals klinisch diagnostiziert. Ausgelöst wurde die Krankheit durch die Verfütterung von ungenügend erhitztem Fleischknochenmehl an Wiederkäuer. Durch den Import von solchem Fleischknochenmehl, aber auch durch den Import von lebenden Rindern aus Grossbritannien, wurde die Tierseuche in die Schweiz und auch in andere Länder eingeschleppt.

1996 wurde bekannt, dass die Krankheit vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. Beim Menschen kann sie eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslösen. Die Schweiz traf daher Massnahmen, um die Verbreitung als Tierseuche aber auch die Übertragung auf den Menschen zu verhindern. Als wichtigste Massnahme wurde die Verfütterung von Tiermehl an Nutztiere verboten. Ausserdem wurde Risikomaterial wie Gehirn oder Rückenmark aus der Lebensmittelkette entfernt.

Dies scheint Wirkung gezeigt zu haben: Seit zwei Jahren seien keine neuen Fälle mehr diagnostiziert worden, teilte das BLV mit. Ausserdem sei in der Schweiz bislang kein Mensch an der durch BSE ausgelösten Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit erkrankt. Die Schweiz verzeichnete bis heute insgesamt 468 BSE-Fälle. In Grossbritannien wurden dagegen bis heute gegen zweihunderttausend Fälle festgestellt.

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