19.03.2020 18:52
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/blu
Coronavirus
Corona und Nutztiere: Hier gibts Antworten
Wegen dem grassierenden Coronavirus ist das Leben massiv eingeschränkt. Welche Auswirkungen das Virus auf Ihren Betrieb und Ihre Nutztiere hat, finden Sie in diesem Artikel. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat für dringendste Fragen Antworten verfasst.

Der Bundesrat hat am Montag den Notstand erklärt. Das hat einschneidende Massnahmen auf das Alltagsleben, aber auch auf die Wirtschaft. Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete sind ab sofort geschlossen.

Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons oder Kosmetikstudios. Nur Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen bleiben offen. Die Massnahmen gelten vorerst bis am 19. April 2020.

Auch für die Landwirtschaft gibt mehrere Punkte zu beachten. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat für dringende Fragen Antworten verfasst. Bei diesem Artikel geht es um eine Erweiterung. 

Teil 1: Corona und Landwirtschaft: Hier gibts Antworten
Teil 2: Corona und Landwirtschaft: Weitere Antworten

Wie verhalten Sie sich im Stall und im Umgang mit Nutzieren. Hier gibt es Antworten

Ist der Kontakt mit Nutztieren zu vermeiden?
Bis jetzt gibt es keine Hinweise, dass Nutztiere eine Rolle bei der Übertragung des Coronavirus spielen. Im Umgang mit den Nutztieren sind die üblichen Hygienemassnahmen anzuwenden. Landwirte und Landwirtinnen, die wegen des Coronavirus unter Beobachtung stehen und selber in Selbst-Quarantäne sind, sollten ihre Nutztiere durch eine andere Person betreuen lassen oder wenn nicht anders möglich den Kontakt auf ein Minimum beschränken. Die Versorgung der Tiere muss gewährleistet sein. Die Empfehlungen des BAG sind von den Landwirten und Landwirtinnen sowie Besuchern und Besucherinnen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einzuhalten. Befolgen Sie die BAG-Empfehlungen.

Wie kann ich meine Nutztiere vor dem Virus schützen?
Die üblichen Massnahmen zur Hygiene und Biosicherheit auf dem Betrieb sind einzuhalten. Die Empfehlungen des BAG sind auf dem landwirtschaftlichen Betrieb einzuhalten. Personen mit Symptomen einer COVID-19-Erkrankung sollten zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Personen und Tieren möglichst meiden.

Kann das Virus von Nutztieren auf den Menschen übertragen werden und umgekehrt?
Es muss zwischen Übertragung und Verbreitung unterschieden werden. Das Übertragungsrisiko wird als sehr gering eingeschätzt. Haustiere (Nutz- oder Heimtiere) spielen beim Verlauf der aktuellen Epidemie keine Rolle. Allerdings sind zurzeit noch nicht genügend Informationen diesbezüglich vorhanden. Bei Haustieren, deren Halter bzw. Halterin am Coronavirus erkrankt ist, kann eine Infektion oder ein Ansteckungsrisiko nicht vollständig ausgeschlossen werden. Aber bis jetzt wurden keinerlei Krankheitssymptome bei Tieren festgestellt, das heisst, sie werden nicht krank. Das Virus verbreitet sich zurzeit hauptsächlich von Mensch zu Mensch und es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Nutztiere bei der Verbreitung des Coronavirus eine Rolle spielen.

Müssen Nutztiere unter Quarantäne gestellt werden?
Es sind zurzeit keine Quarantänemassnahmen vorgesehen. Im Umgang mit den Nutztieren sind die üblichen Hygienemassnahmen anzuwenden. Landwirte und Landwirtinnen, die wegen des Coronavirus unter Beobachtung stehen und selber in Selbst-Quarantäne sind, sollten ihre Nutztiere durch eine andere Person betreuen lassen oder wenn nicht anders möglich den Kontakt auf ein Minimum beschränken. Die Versorgung der Tiere muss gewährleistet sein.

Ist mit Einschränkungen oder zusätzlichen Bestimmungen im Tierhandel (national/international) zu rechnen?
Zurzeit sind keine Massnahmen bezüglich Tierhandel vorgesehen.

Sind Schlachtviehmärkte gemäss COVID-19-Verordnung 2 (vorläufig) bis zum 19. April verboten?
Schlachtviehmärkte fallen unter die verbotenen Einrichtungen/Veranstaltungen gemäss Art. 6 Abs. 1 und 2 der COVID-19-Verordnung 2. Ausnahmen sind keine anwendbar. Weder fallen sie unter die Einrichtungen/Veranstaltungen gemäss Art. 6 Abs. 3 COVID-19-Verordnung 2. Noch kann dafür einen Ausnahmebewilligung nach Art. 7 COVID-19-Verordnung 2 erteilt werden. Grund ist, dass keine überwiegenden öffentlichen Interessen die Durchführung von Schlachtviehmärkten gebieten, da das Schlachtvieh auch anders in die Schlachthöfe verbracht werden kann.

 

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