1.10.2014 06:48
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Sorge wegen Afrikanischer Schweinepest
Auf die zunehmende Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland hat die Bundestierärztekammer (BTK) bei ihrer Herbst-Delegiertenversammlung hingewiesen. Aus Sorge vor den verheerenden Auswirkungen bei einem Ausbruch der Tierseuche, verabschiedeten die Delegierten einstimmig eine Resolution, in der mehr präventive Schutzmassnahmen gefordert werden.

So müsse noch intensiver vor dem Mitbringen oder Wegwerfen von aus Infektionsgebieten mitgebrachten Speisen gewarnt werden. Um Zielgruppen wie Touristen, Saisonarbeiter oder Lkw-Fahrer besser zu erreichen, seien neben Warnschildern auch direkte Ansprachen an Grenzübergängen oder Raststätten nötig, heisst es in der Resolution.

Ferner sprechen sich die BTK-Mitglieder darin für eine Strafbewehrung für das Mitbringen oder Wegwerfen risikobehafteter Lebensmittel aus und fordern eine nachhaltige und effektive Einbeziehung aller Kontrollorgane an den Grenzen und Transitstrecken. Zudem appellierte die BTK an die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, die Regelungen zur Beseitigung von als K1-Material eingestufte Küchen- und Speiseabfälle auf international eingesetzten Verkehrsmitteln zu verschärfen. Diese Regelungen dürften auf keinen Fall hinter den Anforderungen an die Beseitigung von Küchen- und Speiseabfällen, die als K-3-Material eingestuft seien, zurückbleiben.

BTK-Präsident Theo Mantel bezeichnete die im Februar 2014 vom Bundeslandwirtschaftsministerium begonnene Plakataktion, in der Reisende aufgefordert werden, keine Speiseabfälle wegzuwerfen, als wichtigen Schritt der Aufklärung, der aber leider nicht alle Reisenden zu erreichen scheine. Die Gefahr, dass die seit Jahresbeginn in Lettland, Litauen, Estland und Polen auftretende Tierseuche Deutschland erreiche, sei massiv. Laut Mantel könnten in diesem Fall die Schweinebestände nicht geschützt werden, weil kein Impfstoff zur Verfügung steht.

Die einzige Bekämpfungsmöglichkeit wäre das Keulen ganzer Tierbestände. Neben tierschutzethischen Problemen wären die wirtschaftlichen Schäden für die Schweinehalter dramatisch und würden tausende landwirtschaftliche Existenzen vernichten, warnte der BTK-Präsident.

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