15.04.2017 13:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Konsum
Discounter-Kunden wollen Fleisch aus artgerechterer Tierhaltung
Insgesamt rund 90 % der Kunden der Discounter Aldi und Lidl wollen Fleisch aus besserer, tiergerechterer Haltung. Das geht aus einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace hervor. Demnach befürwortete eine breite Mehrheit, nämlich 84 % der Befragten, auch bei Fleisch „eine transparente Kennzeichnung der Tierhaltung“ wie sie bei Eiern längst gängig sei.

Zusätzlich hätten 85 % angegeben, das sie bei einer artgerechteren Haltung bereit wären, bis zu 5 Euro pro Kilogramm Fleisch mehr zu zahlen. Das Meinungsforschungsinstitut hatte den Angaben zufolge im März bundesweit 1'001 Menschen befragt, die bei Aldi oder Lidl einkaufen.

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Dirk Zimmermann appellierte an den Handel, „dem Wunsch seiner Kunden nachzukommen“ und bekräftigte die Forderung, eine verpflichtende Haltungskennzeichnung für alle Fleischprodukte einzuführen. Zimmermann verwies auf Lidl in Dänemark als positives Beispiel.

Dort biete der Discounter in 100 Filialen gekennzeichnetes Schweinefleisch aus deutlich verbesserter Tierhaltung an. Vom Futter bis zum Fleischprodukt lasse sich die Herstellung dort zurückverfolgen, erklärte Zimmermann. Auf jeder Packung finde der Kunde den jeweiligen Züchternamen mit Foto.

In Deutschland verwiesen Aldi und Lidl lediglich auf die vom Einzelhandel ausgerufene „Initiative Tierwohl“, deren Vorgaben nach Auffassung von Greenpeace „kaum besser sind als die gesetzlichen Mindeststandards“. Zudem stamme hierzulande nur ein Bruchteil des verkauften Frischfleischs aus Tierställen der Initiative, bemängelte Zimmermann. Lidl könne in Deutschland aber Vorreiter werden; die Händler müssten nicht auf die Politik warten.

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