9.09.2014 07:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Ebola
Ebola-Ansteckung bei Tieren grösser als gedacht
Mehr als 22 Millionen Menschen in Afrika leben einer neuen Studie zufolge in Gebieten, wo theoretisch eine Übertragung des Ebola-Virus von Tier auf Mensch möglich ist. In 22 afrikanischen Staaten gibt es laut den Experten ein solches Übertragungsrisiko.

Das sei ein grösseres Gebiet, als bislang angenommen, heisst es in der am Montag in der Fachzeitschrift «eLife» veröffentlichten Studie. Die Ansteckungsgefahr ist allerdings sehr gering: Seit Entdeckung des tödlichen Virus 1976 gab es bislang lediglich 30 bestätigte Fälle einer solchen Übertragung.

Über Fleisch übertragbar

Das Ebola-Virus kann übertragen werden, wenn Menschen infizierte Tiere wie Fledermäuse, Schimpansen oder Gorillas berühren oder deren Fleisch essen. Solche Fälle wurden aus den afrikanischen Ländern Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Guinea, Elfenbeinküste, Süd-Sudan und Uganda gemeldet.

Der Studie zufolge gibt es ein Infektionsrisiko aber auch in weiteren Staaten, auch wenn dort noch nie ein Fall einer Tier-zu-Mensch-Übertragung gemeldet wurde: Angola, Äthiopien, Burundi, Ghana, Liberia, Kamerun, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Nigeria, Ruanda, Sierra Leone, Tansania, Togo und Zentralafrikanische Republik.

Virus bei Tieren verbreitet

Die Wissenschaftler werteten für ihre Karte der Risikogebiete unter anderem aus, wie häufig Ebola-Viren in Affen oder Fledermäusen gefunden werden. Das Virus ist demnach bei den Tieren «weiter verbreitet» als bislang angenommen. Die Forscher bezogen auch Daten etwa zu Vegetation und Temperatur in den Ländern ein.

«Die menschliche Bevölkerung (in den Risikogebieten) ist grösser, mobiler und international stärker angebunden als zu dem Zeitpunkt, zu dem der Erreger erstmals beobachtet wurde», schreiben die Autoren. Kommt es zu einer Übertragung von Tier zu Mensch, sei auch das Risiko grösser, dass sich gesunde Menschen bei einem Patienten anstecken und das Virus somit weiterverbreitet werde.

In Westafrika grassiert derzeit eine tödliche Ebola-Epidemie, der bereits mehr als 2000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Experten vermuten, dass das Virus von infizierten Flughunden übertragen wurde.

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