16.12.2016 14:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Kälber
Einsatz für gesündere Kälber
2017 soll der Kälbergesundheitsdienst seinen Betrieb aufnehmen. Dazu wurde der Verein Kälbergesundheitsdienst gegründet. Treibende Kraft sind die Kälber- und die Rindermäster. Profitieren sollen alle Bauern.

Am Freitag wurde in Zürich der Verein Kälbergesundheitsdienst gegründet. Er hat zum Ziel, einen Kälbergesundheitsdienst aufzubauen. Die Initiative dazu haben der Kälbermästerverband (SKMV) und Swiss Beef ergriffen.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Profitieren können Milchviehhalter, Kälber- und Grossviehmäster, indem die Tierärzte besser ausgebildet sind und bei Bestandesproblemen Spezialisten zugezogen werden können. «Unser Ziel ist, den Antibiotikaverbrauch in der Kälberhaltung zu halbieren», sagt Andreas Widmer, neuer Präsident des Kälbergesundheitsdienstes und Vorstandsmitglied von Swiss Beef. Er hält in Eschenbach LU Milchkühe und betreibt Grossviehmast und ist deshalb selbst von gesunden Kälbern abhängig.

«Wenn wir uns verstärkt mit der Kälbergesundheit auseinandersetzen, können wir grosse Verbesserungen erzielen. Das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Eine Antibiotikafreiheit ist mit dem Tierwohl aus heutiger Sicht allerdings nicht vereinbar.»  

An vorderster Front beteiligt sich auch der SKMV am Kälbergesundheitsdienst. Präsident Samuel Graber aus Horrenbach BE steckt grosse Erwartungen in das Projekt: «Wir wurden lange als ‹Antibiotika-Sünder› abgestempelt. Nun wollen wir aufzeigen, was wirklich Tatsache ist und dass wir etwas unternehmen. Dazu ist es wichtig, dass neben den Mästern auch die Geburtsbetriebe mitmachen.» So könne auch das Image des Kalbfleisches verbessert werden.

Bund soll sich beteiligen

Laut Martin Kaske vom Rindergesundheitsdienst  soll der Dienst den  Betrieben auch wirtschaftliche Vorteile bringen: «Die durchschnittlichen Tageszunahmen der Kälber in der Vormast sollen dank besserer Tiergesundheit bis ins Jahr 2022 von 850 auf 1100g steigen.»

Swiss Beef und der SKMV möchten, dass sich der Bund im Rahmen eines Ressourcenprogramms finanziell am Kälbergesundheitsdienst beteiligt. «Das Gesuch wurde als gut beurteilt», bestätigt Markus Hardegger vom Bundesamt für Landwirtschaft, «es muss aber zum Teil noch angepasst werden. Zu klären ist die Frage der Restfinanzierung  durch die Branche.» Der Start des Dienstes werde auf den 1. Juli 2017 angestrebt.

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Vorstandsmitglieder:

Präsident Andreas Widmer, Milchproduktion und Rindermast Eschenbach LU 

Weitere Mitglieder: Corinne Bähler, Grosstierpraktikerin, Gesellschaft Schweizer Tierärzte, Rickenbach LU Peter Bosshard, Schweizerischer Viehhändlerverband, Chur GR Pius Bucher, Schweizerischer Landmaschinenverband, Fachgruppe Hofeinrichtungen / Krieger AG, Sigigen LU Samuel Graber, Landwirt, Präsident Schweizer Kälbermäster-Verband, Horrenbach BE Werner Kipfer, Landwirt, Vorstandsmitglied Swiss Beef Mitteland, Säriswil BE Andreas Raemy, Grosstierpraktiker, Vorstandsmitglied Schweizerische Vereinigung für Wiederkäuergesundheit, St. Antoni FR Stefan Seiler, Vertreter der Abnehmer, Bell Schweiz AG, Dintikon Ruedi Tellenbach, Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten, Melior, Oberuzwil SG Paul Weiss, Landwirt, Vorstandsmitglied Schweizer Kälbermäster-Verband, Küssnacht SZ

 

 

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