Freitag, 23. Juli 2021
15.02.2015 06:51
Kinesio-Tapes

Farbige Tapes lindern Schmerz bei Kuh und Pferd

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Von: Susanne Meier

Was dem Sportler hilft, hilft auch der Kuh. Flexible Klebebänder, sogenannte Tapes, entlasten etwa bei Trittverletzungen. Rosmarie Aeschlimann aus Koppigen setzt sie erfolgreich ein. Studien zur Wirksamkeit fehlen.

Man sieht sie immer öfter im Fernsehen: Sportler, die Beine, Arme oder Bauch  mit farbigen Klebebändern  beklebt haben. Die sogenannten Kinesio-Tapes sollen die korrekte Muskelbewegung unterstützen,  bei Schmerzen helfen und dazu beitragen, dass Schwellungen schneller verschwinden.

Kinesio-Tapes auch bei Tieren

Was kaum bekannt ist:  Kinesio-Tapes werden auch bei Tieren eingesetzt. Rosmarie Aeschlimann aus Koppigen BE   tapt Rinder, Hunde und Pferde.  «Bei Rindern erziele ich mit dem Taping gute Ergebnisse bei stumpfen Verletzungen  – etwa, wenn eine Kuh getreten wurde», sagt sie. Häufig wende  sie die Tapes   im Rückenbereich an. Doch auch eine Mastitis lasse sich – ergänzend zur Behandlung mit Medikamenten – tapen: «Man kann verhindern, dass der Euterviertel vernarbt.»

Keine Nebenwirkungen

Das   Tapen dauert   meist nur einige Minuten. Richtig gemacht, hat es keine Nebenwirkungen. Auch Bauern   können es lernen.
Aeschlimann hat sich in Deutschland  ausbilden lassen. Sören Heinbokel, Diplom-Biologe und Geschäftsführer von Maia-Medical, wendet das Taping seit 2007  bei Tieren an. «Wir machen damit positive Erfahrungen», betont er, «Studien, die die Wirksamkeit  belegen, gibt es aber nicht.» Solche Studien gelten als bewilligungspflichtige  Tierversuche und sind deshalb sehr teuer. «Bei Menschen gibt es aber Untersuchungen, die  positive Effekte des Tapings belegen», so Heinbokel.

Keine Studien, die Erfolg belegen

Ähnlich vorsichtig, was die Wirksamkeit der Klebebänder  anbelangt, gibt sich  Hans Kilchenmann, Tierarzt aus Koppigen. Er hat    schon mit Aeschlimann zusammengearbeitet: «Bei einem Pferd mit lahmem Sprunggelenk  haben wir unterstützend ein Tape angelegt.»  Das Taping sei eine Möglichkeit, ergänzend zur  Therapie einzugreifen, so Kilchenmann. «Es  sind mir aber keine Studien bekannt, die den Erfolg der Methode belegen.»

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)  erforscht   die Wirksamkeit komplementärmedizinischer Therapiemethoden für Tiere wie die  Homöopathie oder den Einsatz von Heilpflanzen. Das Taping hingegen wird nicht untersucht, wie  Michael Walkenhorst, Tierarzt am FiBL, betont: «Es steht – auch aus Gründen der Finanzierung – auf der Agenda nicht zuoberst. Persönlich halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass es etwas bringt.»

Die Bauern jedenfalls sind interessiert. Zwei Taping-Kurse, die Aeschlimann im März in der Ostschweiz gibt, sind  schon fast ausgebucht.

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