17.05.2017 06:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Stallfliegen
Fliegenkur mit Hilfe der Natur
Mit der Wärme kommen die Stallfliegen. Höchste Zeit für Gegenmassnahmen. Diese sind ohne Chemie möglich.

So sicher wie das Amen in der Kirche kommen im Frühsommer die Stallfliegen. Je früher im Frühling  man mit der Bekämpfung beginnt, desto besser. Laut Regina Burger von UFA-Samen Nützlinge ist es aber noch nicht zu spät, um biologische Massnahmen zu ergreifen: «Da es lange recht kühl war, kann man gut noch damit beginnen, Schlupfwespen oder Güllefliegen auszubringen.» Dies muss den Sommer über in regelmässigen Abständen wiederholt werden, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen.

In Tiefstreu oder Gülle

Welche der beiden Nützlingsarten angezeigt ist, hängt davon ab, wo sich die Stallfliegen entwickeln. Schlupfwespen können  in allen eingestreuten Bereichen zur Fliegenbekämpfung eingesetzt werden – also in Tiefstreuliegeboxen, im Kälberbereich oder in der Grossviehmast auf Stroh. Sie legen ihre Eier in die Puppen der Stubenfliege und der Wadenstecher, diese dienen der ausgeschlüpften Larve als Nahrung.

Im Flüssigmistbereich, etwa bei der Schweinehaltung, kommen Güllefliegen zum Einsatz. Sie ähneln im Aussehen der Stallfliege,  sie sind jedoch lichtscheu, leben ausschliesslich im Güllekanal   und stellen damit keine weitere Belästigung für die Tiere dar. Die Eier der Güllefliege werden im Flüssigmistbereich abgelegt und entwickeln sich dort  zu Larven. Ab dem dritten Larvenstadium ernähren sie sich   räuberisch von den Larven der Stallfliege.

Mist liegen lassen

Für die Entwicklung der Schlupfwespen sollte die Temperatur über 16°C liegen. Damit sich die Schlupfwespe gut entwickeln kann, sollte der Mist mindestens vier bis sechs Wochen liegen bleiben. Wird häufiger gemistet, müssen die Schlupfwespen im kürzeren Abstand, also  etwa alle zwei Wochen, eingesetzt werden.  

Die   Schlupfwespenpuppen werden  gleichmässig auf die Fliegenbrutstätten – also dort, wo man beim Ausmisten Fliegenlarven und Puppen findet – gestreut. Nicht vergessen sollte man die Randbereiche. Von Vorteil ist, das feuchte Stroh etwas anzuheben und die Puppen darunterzustreuen. Auch der Miststock kann mit Schlupfwespen behandelt werden.

Nach dem Güllen 

Damit sich die Güllefliege entwickeln kann, muss die Temperatur   mindestens 18°C betragen. Der Einsatz der Güllefliege  sollte nach der Stallreinigung, dem Umspülen, dem Rühren oder Ablassen der Gülle erfolgen.

Weitere Infos: www.nuetzlinge.ch

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