20.02.2017 18:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Fütterung
Füttern für mehr Kampfeslust
Die Melior hat eine Fütterungsstrategie für Kampfkühe entwickelt. Sie verspricht Kampfbereitschaft und starke Klauen und Hörner. Diego Wyssen, Eringerzüchter aus Susten VS, setzt darauf – und hat Erfolg.

Die Eringer-Kuhkämpfe im Wallis sind in der ganzen Schweiz ein viel beachtetes Spektakel. Das Finale, bei dem die Reine des Reines (die Königin der Königinnen) erkoren wird, wurde letztes Jahr vom Schweizer Fernsehen live übertragen. Kein Wunder, dass die Eringer-Züchter viel unternehmen, damit ihre besten Kühe zum richtigen Zeitpunkt in Form sind.

Biotin für Klauen

Dabei können sie auf die Hilfe der Futtermittelfirma Melior in Herzogenbuchsee BE zählen. Diese hat eine Fütterungsstrategie für die Kampfkühe entwickelt – und verspricht einen hohen Gewichtszuwachs, eine optimale Körperkondition, gesunde Klauen und Hörner und eine höhere Kampfbereitschaft.

Peter Bringold von der Melior erklärt: «Eringer haben von Natur aus einen starken Körperbau und sind kampfbereit, das wollen wir unterstützen.» Da Eringer bei den Kämpfen im Herbst nachgewiesenermassen trächtig sein müssten, gelte es ein spezielles Augenmerk auf die Fruchtbarkeit zu legen. «Ein gezieltes Brunstmanagement ist nötig. Dazu gehört die ausreichende Versorgung  mit Beta-Carotin. Biotin im Mineralstoff wiederum festigt die Klauen und die Hörner.»

Hafer im Kraftfutter

Damit Kondition und Fitness am Tag x stimmen, beginne man Monate vorher mit dem Training, weiss Bringold. Dazu gehöre das Laufen mit der Kuh. «Die Kühe sind Athleten. Wenn sie zusätzlich noch viel Milch geben, muss man sie mit einem gezielten Kraftfuttereinsatz unterstützen. Wichtig ist, dass der Pansen nicht belastet ist und dass sie nicht verfetten.»

Dazu habe man zwei Kraftfuttermischungen entwickelt, wobei die eine auch Hafer enthalte. «Das fördert die Vitalität. Ein Muss ist auch eine gute Eiweissversorgung für den Muskelaufbau.»  

Bald zehnjährig und fit

Im Stall von Diego und Madlen Wyssen aus Susten VS stehen derzeit 28 Eringer-Kühe. Die bekannteste ist Turko Tzigane. Sie hat 2016 beim Kuhkampffinale in Aproz VS die Kategorie 2 (Kühe 621 bis 668 kg) gewonnen. Zudem holte sie im Sommer gemeinsam mit einer anderen Kuh den Sieg auf der Alp Turtmanntal, der grössten Alp im Oberwallis. «Tzigane wird im Herbst schon zehnjährig», freut sich Wyssen ob seiner Kuh, «sie ist noch immer in einem hervorragenden Zustand und top in den Klauen.»

Damit das so bleibt, sorgt er nicht nur dafür, dass seine Kuh viel Bewegung hat. Der Eringerzüchter setzt auch – unter anderem – auf das spezielle Fruchtbarkeits-Mineralfutter «Pro Reine» der Melior. Und dies nicht erst kurz vor der Kampfsaison. «Wenn die Kühe im Herbst von der Alp kommen, erhalten sie ausreichend Mineralstoffe – nach der Sömmerung haben sie diesbezüglich eher einen Mangel», ist er überzeugt.

Noch an Gewicht zulegen

Ansonsten füttern Wyssens extensiv, die Ration besteht im Winter aus Heu, Emd, etwas Gras- und Maissilage. «Bis sie trächtig sind, bekommen die Kühe und Rinder nur Heu und wenig Grassilage vom ersten Schnitt, sie brauchen grobes Futter für den Pansen. Erst ab der Trächtigkeit gebe ich den Kühen, die im Mai in den Kampf gehen, wenig Kraftfutter mit Hefe, im Schnitt 3,5 bis 4kg pro Tag  ab Januar bis vor dem Wettkampf.»

Die Kraftfuttermenge ist auch vom Gewicht der Kuh abhängig. Wyssen: «Letztes Jahr war Tzigane in ihrer Kategorie eine der schwersten Kühe, knapp unter der Gewichtslimite. Damals musste ich mit der Fütterung bremsen. Heuer wird sie in Kategorie 1 kämpfen und sollte dafür noch etwas zulegen.» 

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