Freitag, 26. Februar 2021
20.12.2020 10:53
Interview

«Futterkohle führt zu gesünderen Tieren»

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Von: sum

Futterkohle kann bei Krankheiten wie Durchfall helfen. Jürg Kamber von der Niederhäuser AG versichert, dass man sie aber auch ganzjährig verfüttern kann – und so etwa Ammoniakemissionen senken.

«Schweizer Bauer»: Die Niederhäuser AG in Rothenburg LU verkauft Futterkohle für die Tierhaltung. Woher stammt diese Kohle und woraus besteht sie?
Jürg Kamber: Die Kohle stammt aus Deutschland. Sie entsteht durch die Pyrolyse von Waldholz wie Fichte, Tanne, Buche und Eiche. Mit Nadelhölzern wird eine höhere Oberfläche der Kohle vermutet.

Was ist der Unterschied zwischen Pflanzenkohle als Bodenverbesserer und Ihrer Kohle, die verfüttert wird?
Unsere Futterkohle namens Carboferm ist fein gemahlen, damit sie gut eingemischt und aufgenommen werden kann. Pflanzenkohle ist gröber in der Struktur. Die hohen Anforderungen an die Porengrösse, an die Reinheit und auch an die Vermeidung von unerwünschten Stoffe sind viel höher bei der Futterkohle als bei der Pflanzenkohle. Dies schlägt sich in der strengen Auswahl der Rohmaterials, im aufwändigeren Pyrolyseprozess und halt auch im höheren Preis nieder.

Was bringt es, Kohle zu verfüttern?
Weniger Durchfall, bessere Gesundheit, dadurch ruhigere Tiere und Ammoniakreduktion.

Wie wird die Kohle verfüttert  – in die Ration gemischt oder übers Futter gestreut – und welche Mengen sind nötig?
Bei Fertigfuttermitteln liegt die Dosierung bei 1 bis 5 kg pro Tonne. Man kann die Kohle aber auch auf dem Betrieb in die Ration einmischen.

Für welche Tierarten  macht Kohle Sinn, und wird sie ganzjährig oder nur zeitweise verabreicht?
Carboferm ist für alle Tierarten geeignet. In tiefer Dosierung ganzjährig, in speziellen Situationen sind kurzfristig höhere Dosierung sinnvoll. Neuerdings vermutet man, dass der Ebergeruch durch Futterkohle absorbiert oder wenigstens verringert werden kann.

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