8.09.2020 15:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Fütterung
Futtermittel: 65% erfüllen Vorgaben
Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope hat bei der Kontrolle von Heimtier- und Nutzertierfutter im letzten Jahr nur wenige schädliche Stoffe gefunden - im Gegensatz zu 2018, als in sechs Proben Salmonellen entdeckt worden waren.

Durch die amtliche Futtermittelkontrolle soll verhindert werden, dass schädliche oder unerwünschte Substanzen verfüttert werden und danach via Lebensmittel auf die Teller von Konsumentinnen und Konsumenten gelangen, teilte Agroscope am Dienstag mit. Die Forschungsanstalt führt diese Kontrollen im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) durch.

Bei 2,6% «schwere Nichtkonformitäten»

Dabei seien 154 Heimtier- und 1089 Nutztierfutter - darunter auch 70 Bio-Futtermittel - geprüft worden. Insgesamt seien 65 Prozent der Proben gesetzeskonform gewesen, 12,4 Prozent hätten «geringfügige Deklarationsfehler» aufgewiesen und bei 23,5 Prozent seien «mittlere Nichtkonformitäten» wie zum Beispiel die Überschreitung einer amtlichen Toleranzgrenze beanstandet worden.

Bei 2,6 Prozent der Proben seien dagegen «schwere Nichtkonformitäten» entdeckt und sanktioniert worden. Dazu gehörten unter anderem zu grosse Mengen von Kokzidiostatika in zwei Futtermitteln, ein Wirkstoff gegen Darmparasiten. Grund für diese Überschreitung sei eine falsche Reihenfolgeplanung und eine ungenügend oder nicht gereinigte Anlage gewesen.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde eine weitere Zunahme der Anzahl konformer Proben festgestellt werden. Die schwer nicht-konformen Proben haben gegenüber dem Vorjahr abgenommen, da 2019 keine Salmonellen beanstandet wurden. Bei der Probe mit Pestizid-Rückständen handelte es sich um ein Bio-Produkt, das deklassiert werden musste, da der Interventionswert überschritten wurde. Der Pestizid-Höchstwert für konventionelle Futtermittel wurde eingehalten.

In einem Fischfutter Dioxin

In einer Fischfutterprobe fanden die Kontrolleure ausserdem den Umweltschadstoff Dioxin und in einem Vogelfutter wiesen sie Ambrosiasamen nach. Die Pflanze Ambrosia produziert hochallergene Pollen und kann dadurch für den Menschen gesundheitsgefährdend sein. Zudem ist sie eine invasive Spezies. Alle die Produkte seien gesperrt und aus dem Verkehr gezogen worden, hiess es.

Salmonellenfälle wie 2018 habe es im letzten Jahr keine gegeben, hiess es weiter. Das Jahr 2019 bezeichnete Agroscope in Bezug auf die Futtermittelsicherheit als «unauffällig». Ungewöhnlich sei jedoch die überdurchschnittliche Zunahme von 82 Neuregistrierungen von Futtermittelbetrieben gewesen.

Einheimische Futtermittel schneiden besser ab

Bei den Kontrollen wird zwischen inländischen und importierten Nutztierfuttermitteln unterschieden. Bei den 938 untersuchten Schweizer Nutztierfuttermittelproben waren 618 konform, bei 127 wurden Deklarationsfehler festgestellt und 215 waren nicht konform. Von diesen nicht konformen Proben wiesen 30 schwere Nicht-Konformitäten auf.

Die mittleren Nicht-Konformitäten betrafen bei den inländischen Nutztierfuttermittelproben stark abweichende Spurenelement- und Vitamingehalte, die den deklarierten Werten nicht entsprachen, oder eine Summe von einzelnen Mängeln. Der Anteil konformer Produkte hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen und die schweren Nichtkonformitäten haben abgenommen, weil keine Salmonellen gefunden wurden.

Bei den importierten Futtermitteln wurden 151 Proben gezogen. Der Anteil konformer Proben lag tiefer als bei den inländischen. 93 importierte Nutztierfuttermittelproben waren konform. 19 Deklarationsmängel, 48 mittlere Nichtkonformitäten und 2 schwere Nichtkonformitäten gaben Anlass zu Beanstandungen.

Wie bei den inländischen Proben betrafen die schweren Nicht-Konformitäten stark abweichende Spurenelemente und Vitamingehalte, die den deklarierten Werten nicht entsprachen, oder eine Summe von einzelnen Mängeln. 

Kategorien

Konform:
Die Deklaration des Futtermittels ist vollständig und entspricht den gesetzlichen Vorschriften und die analysierten Gehalte liegen innerhalb der Toleranzen gemäss Anhang 7 der Futtermittelbuch-Verordnung (FMBV, SR 916.307.1). Die Höchstgehalte von Zusatzstoffen und unerwünschten Substanzen sind eingehalten.

Nicht konform:
Mit Deklarationsfehlern: Futtermittel mit Fehlern oder Unregelmässigkeiten in der Deklaration. Bei leichten Nicht-Konformitäten wird verwarnt oder mit einer geringen Belastung gemäss Art. 169 Abs. 1 Bst. a LwG sanktioniert.

Mittlere Nicht-Konformitäten:
Futtermittel mit Mängeln, wie z.B. Überschreitung einer amtlichen Toleranz, oder andere Abweichungen, die eine Konsequenz auf das Produkt oder seine Verwendung haben können. Diese Nicht-Konformitäten werden mit einer Belastung gemäss Art. 169 Abs. 1 Bst. h LwG sanktioniert.

Schwere Nicht-Konformitäten:
Futtermittel, bei welchen Höchstgehalte nicht eingehalten werden, mit Häufung von leichten und mittleren Nicht-Konformitäten, mit unerwünschten oder verbotenen Substanzen (z.B. Dioxine). Diese Nicht-Konformitäten werden mit einer hohen Belastung gemäss bestraft

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