23.03.2020 08:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
"Höllenfahrten für Tiere"
Angesichts der Rückstaus von Fahrzeugen an den Grenzen hat der Deutsche Tierschutzbund ein Ende der Langstreckentransporte von lebenden Tieren gefordert.

In dem Megastau auf der A4 an der deutsch-polnischen Grenze, aber auch an der Grenze von Polen zu Litauen oder in Kroatien hätten Tiertransporte aufgrund der verschärften Grenzkontrollen derzeit stunden- beziehungsweise tagelang festgehangen, berichtete der Verband.

Für die Tiere seien solche Situationen mit enormem Stress verbunden; ihnen fehle es an Wasser und Futter. Zudem könnten Kühe nicht gemolken werden und sie stünden in ihren Exkrementen, da die Einstreu nicht erneuert und die Tiere nicht abgeladen würden.

„Schon unter normalen Umständen sind Lebendtiertransporte quer durch Europa und die Welt eine Tortur für die Tiere. Kommt es zu Störungen im Ablauf, wie es jetzt in Zeiten von Corona der Fall ist, werden es Höllenfahrten“, erklärte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder.

Generell brauche es einen Stopp der Langstreckentransporte; angesichts der dramatischen Lage müsse dieser sofort kommen. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich nach eigenen Angaben gemeinsam mit anderen europäischen Tierschutzorganisationen in einem Brief an die EU-Kommission gewandt und diese aufgefordert, Tiertransporte aufgrund der aktuellen Situation auszusetzen. Neben Tierschutzgründen spräche auch die Gefahr einer Corona-Ausbreitung durch die Fahrer gegen deren Fortführung. 

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