16.01.2019 14:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
Hof wegen TBC-Verdacht gesperrt
Im österreichischen Bundesland Vorarlberg wurde ein Bauernhof wegen Verdacht auf Rindertuberkulose gesperrt. Die Region an der Grenze zur Schweiz kämpfte in den vergangenen Jahren immer wieder mit der Krankheit.

Wie die Austria Presse Agentur (apa) berichtet, ist der Verdacht bei der Schlachtung aufgetreten. Bei der Untersuchung des Fleisches entdeckte ein Tierarzt verdächtige Veränderungen in der Lunge einer Schlachtkuh.

Eine Probe wurde daraufhin von der Agentur für Ernährungssicherheit analysiert. Der Verdacht auf Rindertuberkulose hat sich bestätigt. Der Kadaver der Kuh wurde in der Folge entsorgt. Der Betrieb des betroffenen Landwirts im Bregenzerwald wurde vorläufig gesperrt. Das Bundesland Vorarlberg untersucht die restlichen Tiere des Betriebes auf TBC. Dem Landwirt wurde Hilfe aus dem Tiergesundheitsfonds zugesichert.

Das ist bisher der erste Fall von TBC in diesem Winter. Bisher wurden mit 4.000 (370 Bestände) bereits die Hälfte der geplanten Kontrollen durchgeführt. Alle Befunde waren negativ. 

In den vergangenen Jahren kämpfte die Region immer wieder mit der Rindertuberkulose. Im Januar 2018 wurden 5 Höfe wegen Verdachts auf TBC gesperrt. Ein Jahr zuvor wurde über 6 Betriebe eine Sperre verhängt. Im ersten Halbjahr 2016 wurden beispielsweise 30 Betriebe gesperrt, 95 Tiere mussten getötet werden. Als Hauptursache für die Fälle bei Nutztieren wurde mit Rindertuberkulose (TBC) infiziertes Rotwild ausgemacht. Während der Sömmerung kam es zu Ansteckungen auf den Alpen.

Rindertuberkulose

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden. BLV

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