14.09.2019 16:55
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Hof wegen TBC-Verdacht gesperrt
Wie die Abteilung Veterinärangelegenheiten im Amt der Vorarlberger Landesregierung mitteilt, wurde am Donnerstag ein Rinderbetrieb im Walgau wegen TBC-Verdachts vorläufig gesperrt. Landesrat Christian Gantner sichert dem betroffenen Betrieb rasche Hilfe aus dem Tiergesundheitsfonds zu.

Der Verdacht ist im Zuge einer regulären Schlachtung aufgetreten. Der Fleischuntersuchungstierarzt hat verdächtige Veränderungen in der Lunge einer Schlachtkuh wahrgenommen und das Tier vorläufig beschlagnahmt. Der hinzugezogene Amtstierarzt hat Proben für die Untersuchung entnommen und die ersten Ergebnisse der AGES Mödling bestätigen den Verdacht auf TBC. 

Das Fleisch der geschlachteten Kuh ist nicht in die Nahrungskette gelangt. Der Herkunftsbetrieb der Kuh wurde vorläufig gesperrt. Aktuell laufen die Untersuchungen zur Feststellung, ob noch weitere Tiere des Bestandes betroffen sind. In weiterer Folge müssen dann möglicherweise Betriebe untersucht werden, die im vergangenen Jahr durch Alpung oder Viehzukauf Kontakt mit dem betroffenen Betrieb hatten. 

Wie Landesveterinär Norbert Greber betont, fallen Verdachtsfälle wiederholt bei der Schlachttier- und Fleischuntersuchung durch Tierärzte auf. Neben den jährlichen Untersuchungen der Bestände, die in gefährdeten Gebieten Weidegang betrieben oder gealpt haben, ist die Schlachttier- und Fleischuntersuchung durch Tierärzte ein wesentliches Instrument zum Aufdecken von Verdachtsfällen. 

Rindertuberkulose

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden. BLV

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