31.07.2018 15:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Hohe Busse wegen Preisabsprache
Das französische Kartellamt hat rechtswidrige Absprachen im Grosshandel mit Tierarzneimitteln aufgedeckt. Gegen die Unternehmen sowie die beteiligte Branchenorganisation seien aufgrund von Verstössen gegen nationales und europäisches Wettbewerbsrecht Bussgelder in Höhe von insgesamt fast 16 Mio. Euro (18.5 Mio. Fr.) verhängt worden, teilte das Kartellamt am vergangene Woche mit.

Laut den Behördenangaben hatten sich die drei führenden Grosshandelsunternehmen für Tierarzneimittel, Alcyon, Centravet und Coveto, auf einen „Nichtangriffspakt“ verständigt, um Konkurrenz zu vermeiden und den Markt aufzuteilen. Ausserdem hätten alle französischen Grosshändler in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband für Tierarzneimittel (FDMV) Preisabsprachen getroffen, um von den Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit zwischen 2007 und 2010 im Besonderen zu profitieren.

In diesem Zeitraum hatte das Pariser Agrarressort dreimal verpflichtende Impfungen angeordnet. Um ihre Profite zu erhöhen, einigten sich die Unternehmen den Wettbewerbshütern zufolge darauf, gegenüber der Regierung überhöhte Kosten geltend zu machen und erzielten dadurch „substantielle illegale Profite“. Die Kommunikation zwischen den Beteiligten belege, dass sich alle sowohl der Preisdifferenz als auch der Unrechtmässigkeit der Absprachen bewusst gewesen seien. 

Gegen den Marktführer Alcyon verhängte das Kartellamt eine Strafzahlung in Höhe von 10 Mio. Euro. Das Bussgeld für den drittgrössten Großhändler, Coveto, beläuft sich auf 4,3 Mio. Euro; Centravet muss 1,4 Mio. Euro zahlen. Gegen acht weitere Unternehmen wurden Strafen zwischen 180'000 Euro und 1'400 Euro verhängt. Laut Kartellamt hat keiner der Beschuldigten den Vorwürfen widersprochen, weshalb alle im Zuge eines Einigungsverfahrens von Strafminderungen hätten profitieren können. 

Die Strafe für die FDMV legte die Behörde auf nur 3'000 Euro fest, obgleich die Wettbewerbshüter der Branchenorganisation eine „zentrale Rolle“ bei der Organisation der Verstösse zuschreiben. Der Verband sei an der Berechnung der überhöhten Kosten beteiligt gewesen und habe überdies seinen Einfluss geltend gemacht, um einzelne Mitglieder nach dem ersten Ausbruch der Blauzungenkrankheit von einer Verringerung der Forderungen abzuhalten.

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