2.12.2017 16:49
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
I: Tierschützer kritisieren Grana Padano
Die internationale Tierschutzorganisation Compassion in World Farming (CIWF) hat vergangene Woche eine Kampagne gegen die italienischen Konsortien von Parmesan (Consorzio del Formaggio Parmigiano Reggiano) und Grana Padano (Consorzio Tutela Grana Padano) gestartet. Grund sind die angeblich schlechten Haltungsbedingungen für die rund 500'000 Milchkühe dieser Erzeugerzusammenschlüsse.

Filmaufnahmen aus neun Milchviehbetrieben in der norditalienischen Po-Ebene zeigen ausgemergelte Kühe und Tiere, die in ihren Exkrementen liegen. Zudem würden die Kühe in kargen Ställen gehalten, die keinen Auslauf böten, so dass ihnen natürliche Verhaltensweisen verwehrt blieben und sie praktisch wie Maschinen genützt würden.

Keine Tierschutzrichtlinien vorhanden

Darüber hinaus kritisierte CIWF, dass die weltbekannten Käsesorten als hohe handwerkliche Qualität präsentiert würden, es aber keine Tierschutzrichtlinien in den Produktspezifikationen gebe.

In der Kampagne „Nicht auf meine Pasta“, der sich auch die deutsche Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt angeschlossen hat, werden der Präsident von Parmigiano Reggiano, Nicola Bertinelli, und der Generaldirektor von Grana Padano, Dr. Stefano Berni, in einer Online-Petition aufgefordert, bis Ende 2018 das Tierwohl zu verbessern.

Verbraucher sollen anderen Käse kaufen

Dazu zählen für die Tierschützer insbesondere der Weidegang an mindestens 100 Tagen im Jahr, das Ende der Anbindehaltung sowie die Überwachung und Verringerung von Haltungsproblemen. Bis dies erreicht sei, empfiehlt CIWF den Verbrauchern, auf Käse mit garantierter Weidemilch oder auf veganen Hartkäse umzusteigen.

Presseberichten zufolge ist Deutschland einer der grössten Abnehmer dieser Käsesorten. Bei Grana Padano rangiert es demnach auf Rang eins der Importländer, bei Parmesan an dritter Stelle. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE