3.08.2020 19:02
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/mge
Antibiotika
In Deutschland sinkt Antibiotikaeinsatz
In Deutschland ist die Menge Antibiotika welche in der Tiermedizin abgegeben wurde, weiter zurückgegangen. Laut dem deutschen Bundesamt für Verbaucherschutz und Lebensmittelsicherheit, sank die abgegebene Menge um 7.2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Laut einer Pressemitteilung vom deutschen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, ist die Abgabemenge der Fluorchinolone im Vergleich zum Vorjahr um ca. 1,7 t gesunken, die der Cephalosporine der 3. und 4. Generation um 0,5 t. Bei diesen Wirkstoffklassen gab es damit insgesamt eine deutliche Reduzierung.

Gesetzliche Änderungen haben Einfluss

Es kann vermutet werden, dass die Änderungen der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) hierfür mitverantwortlich sind. Die TÄHAV schreibt seit dem 1. März 2018 vor, dass bei der Anwendung von Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation ein Empfindlichkeitstest für Bakterien nach standardisierten Verfahren durchzuführen ist. Dieser Test ermöglicht eine Aussage darüber, ob das vorgesehene Antibiotikum überhaupt wirksam sein kann.

Weiterhin hohe Mengen in Umlauf

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 670 t Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben. Der Einsatz von Tierarzneimitteln, zum Beispiel Antibiotika, dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen auf den Schutz des Verbrauchers vor Zoonosen (auf Menschen übertragbare Tierkrankheiten) und vor gesundheitsgefährdenden Lebensmitteln ausgerichtet.

Sorge wegen Resistenzen

Auch in er Schweiz haben Antibiotika an Wirkung eingebüsst. Um ihre Wirksamkeit langfristig zu sichern und die Ausbreitung resistenter Bakterien einzudämmen, hat der Bundesrat die breit abgestützte Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) verabschiedet, die nun in verschiedenen Bereichen umgesetzt wird. Die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika stellt eine globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin dar. Der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien und/oder der Transfer von Resistenzgenen zwischen Mensch und Tier sind wechselseitig möglich.

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