14.05.2015 10:48
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Identitas
«Keine Ohrmarken für Hühner»
Identitas arbeitet weiter an der Geflügeldatenbank. Zudem steht die Frage einer Privatisierung im Raum.

Die Umsetzung der Anpassungen im Tierverkehr und damit auch die Meldepflicht im Geflügelbereich seien die Hauptaufgaben, um die sich die Identitas im Moment kümmere, sagt Christian Beglinger, Geschäftsführer von Identitas, an der Generalversammlung in Spiez BE. «Eines vorweg: Auch in Zukunft müssen Hühner natürlich keine Ohrmarken oder Ähnliches tragen», schmunzelt Beglinger.

Für die Meldung werde jeweils die ganze eingestallte Gruppe erfasst und angegeben. «Das System wird nie so lückenlos sein wie beim Rind, trotzdem wird es eine etwas bessere Rückverfolgbarkeit im Geflügelbereich gewährleisten», erklärt der Geschäftsführer.

Bald auch Schafe melden?

Ein weiteres Projekt, an dem sie arbeiteten, betreffe die Schafhaltung. Dies vor allem, um die Tiere und deren Gesundheitszustand schweizweit registrieren zu können. Dieses Thema werde aktuell vom Bund diskutiert. «Wir wollen für die Zukunft gewappnet sein», sagt Beglinger. Vor allem im Kampf gegen die Moderhinke könne ein solches Instrument eine grosse Hilfe sein.

Je nach Kanton und Bekämpfungsprogramm würden einige Halter  von diesem geplanten Vorgehen betroffen sein. Jedoch sei im Moment nicht klar, ob und wann diese Datenbank tatsächlich angewendet werde.

Bund will Änderung

Eine zentrale Frage, die es dieses Jahr zu klären gebe, sei die zukünftige Rolle des Bundes bei der Tierverkehrsdatenbank. Bisher befänden sich 51% der Aktien in den Händen des Bundes. Diesen Status quo beizubehalten, sei zwar eine der drei Varianten, die aktuell geprüft würden, erklärt  Dominique Kohli, Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft. Jedoch gebe es fast keine positiven Stimmen in diese Richtung. «Die Stossrichtung zur Privatisierung und damit zum Verkauf der Aktien ist eine weitere Variante, die diskutiert wird», so Kohli.

Als Drittes stehe die Prüfung einer alternativen Variante, die konform zum Subventionsgesetz sei, an. Wichtig sei, dass man diese verschiedenen Varianten genau prüfe und keine überstürzten Entscheidungen treffe, so Hans Wyss aus dem Vorstand von Identitas.

Daten künftig gut nutzen

Es müsse die beste Lösung für das Unternehmen und das ganze System gefunden werde. Zudem solle genau geklärt werden, was der Branche am meisten nütze. Die Entscheidung werde die nächsten 20 Jahre beeinflussen. «Wir müssen schauen, wie wir das Instrument, das wir geschaffen haben, auch in Zukunft richtig nutzen», so Wyss.

Die Datenbank sei und bleibe ein wichtiges Kontrollinstrument für die Viehwirtschaft. «Das Ziel muss sein, flexibel und kundenorientiert zu sein», so Wyss. Und zu den Kunden gehörten einerseits der Bund und andererseits die ganze Viehwirtschaft der Schweiz. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE