7.06.2015 09:34
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Tierschutz
«Kuh-Killer geht in Nidwalden um»
Landwirten im Kanton Nidwalden steckt die Angst in den Knochen. Immer wieder sterben laut «Zentralschweiz am Sonntag» Tiere aus Rindviehherden auf unerklärliche Art. Die Behörden wiegeln ab.

In  Ennetmoos wurde am vorvergangenen Samstag ein Mastrind leblos im Stall vorgefunden. Der betroffene Landwirt ging anfänglich davon aus, das Rind sei aufgrund eines Herzstillstandes gestorben. Der leblose Körper wurde dafür vorbereitet, fachgerecht entsorgt zu werden. So war es geplant.

Es sollte aber anders kommen. Als der Bauer dem toten Tier nämlich die Ohrenmarke abnehmen wollte, machte er eine Entdeckung, die ihm fast den Atem verschlug. Denn am linken Ohr fand sich eine Einstichstelle, eingebettet in getrocknetes Blut. «Nicht schon wieder», dürfte es den Bauern wohl in Gedanken durchzuckt haben.

Dubiose Todesfälle schon 2013 und 2014

Denn auch 2014 sowie 2013 kam es in Nid-, teils auch in Obwalden immer wieder zu auffälligen Todesfällen in Rindviehbeständen. Zahlreiche Anzeigen gingen daher bei der Staatsanwaltschaft ein. Eine Zeit lang beruhigte sich dann die Situation etwas. Aber bereits in diesem Jahr musste sich der Nidwaldner Staatsanwalt Tobias Reimann wieder mit drei Anzeigen gegen unbekannt befassen. Die jüngste betrifft den Fall des Ennetmooser Mastrindes.

Die dubiosen Todesfälle auf den Bauernhöfen haben allerlei Betriebsamkeit ausgelöst. So wurde zum Beispiel eine Organisation ins Leben gerufen, die sich «Initiativgruppe betroffener Bauern von Tierschändung Ob- und Nidwalden» nennt. Zum Schutz vor Übeltätern haben sich einzelne Bauern sogar entschlossen, ihr Gehöft mit Kameras zu überwachen. Eine Insiderin, die ihren Namen unter keinen Umständen in der Zeitung lesen will, lässt durchblicken, dass sich die Landwirte von den Behörden nicht ernst genommen fühlen. Sie sagt: «Wir spüren eine ablehnende Haltung uns gegenüber.»

Behörden finden keinen Einstichpunkt

Wenn die Tiere auf unerklärliche Art und Weise verenden, dann ist mit Andreas Ewy auch der Kantonstierarzt involviert. Vom Staatsanwalt gerufen, nimmt Ewy oder einer seiner Stellvertreter dann den Sachverhalt auf. Nicht anders war es im bereits beschriebenen Fall von Ennetmoos. Gemäss Ewy lief dabei nicht alles wunschgemäss. Denn das Tier verendete am Samstag und konnte erst am Montag tierärztlich untersucht werden. Trotzdem ordnete die Staatsanwaltschaft an, dass der tote Körper im Institut für Veterinärpathologie der Universität Zürich zu untersuchen sei. Den Einstichpunkt am linken Ohr konnte von amtlicher Seite her nicht bestätigt werden. Zur Todesursache kann Ewy aber momentan noch keine Aussage machen.

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