1.06.2020 11:30
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Lebensmittelgesetz
Markenorganisationen unterstützen Hoftötung
Bio Suisse, Demeter, KAGfreiland und das FiBL begrüssen die Hof- und Weidetötung. Der Tierschutz nur teilweise.

Die Markenorganisationen Bio Suisse, Demeter und KAGfreiland und  das FiBL begrüssten die Anpassungen in der Lebensmittelverordnung bezüglich der Hof- und Weidetötung , heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.  Dies sei ein Entscheid zu Gunsten des Tierwohls. 

Für alle Tiere  gefordert

Mit den beiden Tötungssystemen «Hoftötung» und « Weidetötung» werde eine respektvolle und schonende Tötung der Nutztiere ermöglicht. Laut Mitteilung haben Pilotversuche im In- und Ausland gezeigt, dass Tiere, die auf dem Hof «geschlachtet» (eigentlich: getötet)  werden, deutlich weniger  Stress ausgesetzt sind. Wie die Markenorganisationen mitteilen, würden sie die Hofschlachtung auf Betrieben ihrer Mitglieder und Produzenten mit verschiedenen Massnahmen auf Ebene Kommunikation und Projekte fördern. Vorerst würden die  mobilen Systeme der Hof- und Weidetötung  nur im Rindviehbereich Anwendung finden.

In Zukunft soll die Hofschlachtung auch auf weitere Tiergattungen wie beispielsweise Kleinwiederkäuer, Schweine und Geflügel ausgeweitet werden, heisst es in der Mitteilung. Der Schweizer Tierschutz (STS) begrüsst die Hoftötung grundsätzlich,  da sie die die Belastungen für das Tier durch den Wegfall des Transports zum Schlachtbetrieb verringern. 

Strenge Kontrollen nötig

Dies gelte insbesondere für das Betäuben mittels Bolzenschuss, aber nur eingeschränkt bei der «Weideschlachtung», also beim Schiessen von Rindern mit dem Gewehr. Die «Weideschlachtung» müsse unter strengsten Vorgaben und Kontrollen stattfinden, schreibt der STS. Nun heisst es aber vorerst abwarten, bis die technischen Weisungen publiziert werden.

hofschlachtung.ch

Der Bundesratsentscheid eröffnet Geschäftsmöglichkeiten. «Das ist ein einschlägiger Moment und wie ein zweiter Geburtstag», meint Mischa Hofer, Gründer der Firma Platzhirsch Hofschlachtungen GmbH.

Nun könne er mit seiner Firma richtig starten. Mit seiner mobilen Schlachteinheit bietet er das Hoftöten inklusive anschliessendem Transport zum Schlachthof an. Die Dienstleistung kostet im Schnitt rund 290 Franken (pauschal 200 plus 45 Fr. pro Stunde für den Metzger, der mitkommt und den Entblutungsschnitt vornimmt). 

«Ich habe bereits unzählige Anfragen.» Rund 300 Tiere seien angemeldet. 

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