20.11.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Suisse Tier
Mit der Herde nach Luzern
Sepp Lussi aus Oberdorf NW bringt seine 20 Brown-Swiss-Kühe an die Suisse Tier in Luzern. Dort lautet das Fokusthema «Tiergesundheit». Ein Thema, dem der junge Betriebsleiter viel Gewicht beimisst.

Sepp Lussi bewirtschaftet mit seinen Eltern und einem Lehrling den Betrieb Hostetten in Oberdorf NW, den er vor zwei Jahren übernommen hat. Noch liegen die 20 Brown-Swiss-Kühe zufrieden im neuen, 2015 erbauten Laufstall. Doch nicht mehr lange. Am 20. November geht praktisch die ganze Herde an die Suisse Tier nach Luzern. 

Sepp Lussi erzählt, wie es dazu kommt: «Ein Bekannter von den Junglandwirten fragte mich Anfang Jahr an, ob ich bereit wäre, meine Herde an der Messe auszustellen. Zuerst war ich nicht so begeistert, aber mittlerweile denke ich, dass es eine gute Sache ist und für mich eine Herausforderung.» 

Mischwagen im Einsatz

Eine Herausforderung ist laut Lussi einerseits die zeitliche Belastung – «zuhause muss der Betrieb mit den Zucht- und  Mastschweinen weiterlaufen, während ich an den drei Messetagen in Luzern bin. Andererseits ist die Herausforderung die Fütterung.» Sepp Lussi füttert auf dem heimischen Betrieb während der Winterfütterungsperiode Mais- und Grassilage sowie Heu. Das Futter wird von Hand vorgelegt, Kraftfutter erhalten die Kühe an der Station.

An der Suisse Tier hingegen wird eine silofreie Ration mit Heu, Luzerne, Maiskolbenschrot, Rübenschnitzeln und Eiweisskonzentrat gefüttert – und zwar mit dem Mischwagen. Dieser ist seit Ende Oktober auf dem Betrieb von Sepp Lussi im Einsatz, damit sich der Betriebsleiter und die Kühe an ihn gewöhnen können.

Einen grossen Schub

An der Suisse Tier ist das Fokusthema «Tiergesundheit». Sepp Lussi wird darüber an der Messe berichten – und er hat diesbezüglich einiges zu erzählen: «Wir haben mit dem Umzug in den Laufstall einen grossen Schub bezüglich Klauengesundheit, Fruchtbarkeit und Stoffwechselstabilität erlebt», fasst er die Geschehnisse der letzten vier Jahre zusammen.

«Die Kühe sind vitaler, und sie werden älter», ist sich der Betriebsleiter sicher. Sepp Lussi achtet auf viel Platz, viel frische Luft und saubere Stallböden wegen der Klauengesundheit. Speziell wichtig ist ihm die Tierbeobachtung. Dies nicht nur während dem Melken im Swing-over-Melkstand, sondern bei jedem Durchgang durch den Stall: «Da sieht man schnell, wenn etwas nicht stimmt.» Als Ergänzung tragen die Kühe einen Pedometer, der die Aktivität aufzeichnet und der Hinweise  gibt, wenn eine Kuh stierig sind oder wenn die Aktivität krankheitsbedingt abnimmt.

Flache Laktationskurve

Besonders eng überwacht Sepp Lussi die Gesundheit seiner Kühe in den Wochen vor und nach dem Kalben. «In der Galtphase ist wichtig, dass das Pansenvolumen nicht abnimmt, und dass die Kühe ab dem Abkalben bereits an die Ration gewöhnt sind», erklärt er. «Deshalb werden die Galtkühe ab neun Monaten Trächtigkeit in die Gruppe der Laktierenden integriert. Das Kraftfutter wird langsam gesteigert, damit  die Laktationskurve flach verläuft  und die Persistenz hoch bleibt. 

Gesund  – und fruchtbar

So produzieren Sepp Lussis Kühe  im Schnitt in 305 Tagen 9124kg Milch mit einem Eiweissgehalt von 3,52 Prozent. Sepp Lussi nimmt stets an der  Viehschau des Kantons Nidwalden  Tieren teil. In den letzten zwei Jahren wurde jeweils eine Kuh aus seinem Stall zur Miss erkoren. Der Nidwaldner brilliert nicht nur mit schönen Kühen, auch die Kennzahlen zur Fruchtbarkeit lassen sich sehen: im Durchschnitt werden pro Trächtigkeit 1,7 Belegungen benötigt; dies bei einer Zwischenkalbezeit von 377 Tagen.

Fokusthema Tiergesundheit

An der Suisse Tier werden die Kühe von Sepp Lussi mit  einer Absauganlage von DeLaval gemolken und mit einem BVL-Mischwagen gefüttert. Im Fokus  sollen dieses Jahr aber weniger Maschinen als die gesunden Kühe der Rasse Brown Swiss stehen. Tiergesundheit ist ein  Thema, das  auch in den Fachforen breit abgehandelt wird und  zu dem  diverse Aussteller  im Bereich Herdenmanagement, Stallbau, Melktechnik oder Fütterung  Lösungen anbieten. An der Suisse Tier vertreten ist auch  Braunvieh Schweiz mit  dem Programm zur Gesundheitsdatenerfassung – an dem sich Sepp Lussi ebenfalls beteiligt. Die Suisse Tier findet vom 22. bis 24. November statt. sum

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