14.03.2018 12:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Nützlinge
Mit Schlupfwespen und Güllefliegen gegen Fliegen
Schlupfwespen und Güllefliegen helfen, den Stall frei von lästigen Stubenfliegen und Wadenstechern zu halten. Sie müssen aber im Frühling ausgebracht werden, bevor die Fliegenplage ausgebrochen ist.

Stubenfliegen und Wadenstecher («Stechfliegen») werden bei warmen Temperaturen im Stall schnell zur Plage. Zu ihrer Bekämpfung sind im Handel Schlupfwespen und Güllefliegen erhältlich. Angewendet werden sie vorzugsweise auf Larven, weil dort der Effekt am grössten ist. Nur etwa 15 Prozent der gesamten Fliegenpopulation im Stall – quasi die Spitze des Eisbergs – bestehen nämlich aus adulten Fliegen, der weitaus grössere Teil sind Eier, Larven und Puppen. Das heisst, dass man die Nützlinge im Frühling – also jetzt – ausbringen muss.

Schlupfwespen können in allen eingestreuten Bereichen zur Fliegenbekämpfung eingesetzt werden. Sie legen ihre Eier in die Puppen der Stubenfliege und der Wadenstecher, diese dienen der geschlüpften Larve als Nahrung. Für die Entwicklung der Schlupfwespen sollte die Temperatur über 16°C liegen. Damit sich die Schlupfwespe gut entwickeln kann, sollte der Mist mindestens vier bis sechs Wochen liegen bleiben. Wird häufiger gemistet, müssen die Schlupfwespen im kürzeren Abstand eingesetzt werden.  

Im Flüssigmistbereich, etwa bei der Schweinehaltung, kommen Güllefliegen zum Einsatz. Sie ähneln der Stallfliege, sind jedoch lichtscheu, leben nur im Güllekanal und belästigen weder Mensch noch Tier. Die Eier der Güllefliege werden in dem Flüssigmistbereich abgelegt und entwickeln sich dort zu Larven. Ab dem dritten Larvenstadium ernähren sie sich räuberisch von den Larven der Stallfliege. Damit sich die Güllefliege entwickeln kann, muss die Temperatur mindestens 18°C betragen. Der Einsatz sollte nach der Stallreinigung, dem Umspülen, Rühren oder Ablassen der Gülle erfolgen. Einmal  angesiedelt, schützt die Güllefliege im Warmstall jahrelang vor Stallfliegen-Plagen.

Raubmilben

Gegen die Rote Vogelmilbe beim Geflügel können Raubmilben eingesetzt werden. Es gibt sie für verschiedene Einsatzbereiche und mit verschiedenen Eigenschaften. Entweder sind es gewandte Jäger, die die Rote Vogelmilbe bis in die hintersten Ecken des Hühnerstalls verfolgen und mit Vorliebe die jungen Stadien der Roten Vogelmilbe fressen. Diese Raubmilben werden mindestens drei bis vier Mal  pro Saison im Frühling bis Sommer ausgebracht. Oder sie bewegen sich sehr langsam und fressen  alle Stadien der Vogelmilbe, auch wenn sie nicht hungrig sind. Sie werden ein bis zwei Mal von Frühling bis Herbst im Abstand von acht bis zwölf Wochen ausgebracht. Raubmilben leben lange und ertragen auch problemlos kühle Temperaturen im Winter. sum

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