2.01.2014 13:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Bundesamt für Veterinärwesen
Tierschutzverordnung
Neue Regeln für Viehschauen, Ausläufe und Transporte
Die revidierte Tierschutzverordnung tritt Anfang 2014 in Kraft. Sie bringt auch Änderungen für die Nutztierhalter. Welche, lesen Sie im folgenden Artikel.

Verbotene Handlungen bei Rindern: Die Tierschutzverordnung (TSchV) verbietet neu verschiedene Handlungen an Rindern, welche die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) bereits in ihrem Ehrenkodex für Milchviehausstellungen verbietet. Damit sind die Regelungen auch bei nicht von der ASR organisierten Ausstellungen anwendbar. Es geht dabei um tierschutzrelevante Handlungen, die das Verhalten des Tieres beeinflussen, sowie um Massnahmen, welche die Form oder den natürlichen Füllungszustand des Euters im Hinblick auf eine vorteilhafte Präsentation des Tieres verändern. Unzulässig ist auch die Verlängerung der Zwi-schenmelkzeiten, um ein pralles Euter zu erzielen. Neu bei Rindern verboten sind:

  • das Verabreichen von Stoffen und Erzeugnissen, die das natürliche Temperament und das Verhalten des Tieres ändern;
  • das Einsetzen von Fremdkörpern;
  • das enge Einbinden der Sprunggelenke und der Entzug von Gewebeflüssigkeit im Bereich der Sprunggelenke zu Präsentationszwecken;
  • das Verabreichen von Stoffen und Erzeugnissen in den Pansen mittels Sonde;
  • mechanische, physikalische oder elektrische Eingriffe am Euter und lange Zwischenmelkzeiten, welche die natürliche Form des Euters verändern oder zu einem unnatürlichen Füllungszustand führen.
  • Medizinische Eingriffe wie das Einsetzen eines Magneten in den Pansen als Schutz vor metallischen Fremdkörpern sind dagegen weiterhin erlaubt.

Haltung von Mastrindern in Einflächenbuchten mit Tiefstreu: Bisher durften Mastrinder im Alter von über vier Monaten nicht in Einflächenbuchten mit Tiefstreu gehalten werden. Diese Altergrenze wird auf fünf Monate angehoben.

Neu steht in der Tierschutzverordnung:
Rinder zur Grossviehmast im Alter von über fünf Monaten dürfen nicht in Einflächenbuchten mit Tiefstreu gehalten werden.

Gewerbsmässige Klauenpflege für Rinder und Hufpflege für Pferde: Wer gewerbsmässig Klauenpflege für Rinder oder Hufpflege für Pferde durchführt, muss in Zukunft über eine definierte Ausbildung verfügen.

Neu steht in der Tierschutzverordnung:
Wer gewerbsmässig Klauenpflege für Rinder oder Hufpflege für Pferde durchführt, muss über eine Ausbildung verfügen.

Elektrische Umzäunung von Ausläufen für alle Nutztiere: Bei zu klein bemessenen Auslaufflächen mit stromführenden Zäunen kann es insbesondere bei sozialen Auseinandersetzungen zu Situationen kommen, in denen die Tiere an den Zaun gedrängt werden und einen Stromschlag erhalten.

Neu steht deshalb in der Tierschutzverordnung: Auslaufflächen dürfen mit stromführenden Zäunen begrenzt werden, wenn die Auslauffläche ausreichend gross und so gestaltet ist, dass die Tiere genügend Distanz zum Zaun halten und einander ausweichen können.

Transport von Nutztieren: Das Tierschutzgesetz sieht für Tiertransporte eine maximale Fahrzeit von sechs Stunden vor. Um die Durchführung von Kontrollen zu erleichtern, muss der Fahrer künftig die Fahrzeit schriftlich festhalten. Dies ist insbesondere erforderlich, weil viele Tiere über mehrere Etappen von verschiedenen Fahrern transportiert werden. Zudem soll die Fahrzeit nach einem Unterbruch von zwei Stunden – in einer Umgebung, die den Mindestanforderungen für die  Stallhaltung entspricht – neu beginnen.

Neu steht in der Tierschutzverordnung:
Die Fahrerin oder der Fahrer muss bei der Übergabe der Tiere an die Empfängerin oder an den Empfänger die Fahrzeit schriftlich festhalten.

Ganz neu wurde ein Artikel zur Berechnung der Fahrzeit in die Tierschutzverordnung aufgenommen: Diese beginnt nach einem Fahrunterbruch neu, wenn:

  • der Unterbruch über zwei Stunden dauert;
  • die Tiere während des Unterbruchs über die  Mindestmasse für die Haltung verfügen, Zugang zu Wasser oder nötigenfalls zu Milch haben und in den der Tierart entsprechende Zeitintervallen gefüttert werden;
  • die Anforderungen an ein den Tieren angepasstes Klima erfüllt sind. 
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