15.06.2018 18:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Eveline Dudda, lid
Serie Tierwohl (10/35)
Neues Kontrollkonzept prüfen
Tierwohl ist ein Schlüsselelement für die hohe Akzeptanz der heimischen Landwirtschaft in der Bevölkerung. In der Serie «Tierwohl» werden die zahlreichen Aspekte beleuchtet. Im Teil zehn geht es um das Kontrollkonzept des Tierschutzes.

Kontrollkonzept wird überprüft

Es gibt Grundkontrollen und risikobasierte Kontrollen. Grundkontrollen für das Einhalten der Tierschutzgesetzgebung werden auf Bio- und IP-Suisse-Betriebe ja¨hrlich, auf allen anderen Betrieben mindestens alle drei Jahre durchgeführt.

Werden Mängel festgestellt, so wird geprüft, ob der Betrieb einer von drei Risikostufen zugeordnet werden muss. Die Kontrolltätigkeit wird entsprechend verschärft und es werden Massnahmen angeordnet. 

Kantone sind zuständig

Für die Tierschutz- und Tierwohlkontrollen sind die Kantone zuständig. Sie führen diese Kontrollen entweder selber durch oder übertragen sie privaten Stellen, die akkreditiert sein müssen.

Die Kantone müssen die Kontrolltätigkeit der privaten Kontrolleure stichprobenweise überprüfen. Die Kontrollpersonen, auch von beauftragten privaten Kontrollstellen, müssen die Weiterbildung zum amtlichen Fachassistenten bzw. zur amtlichen Fachassistentin absolvieren. 

Kontrollen oft angemeldet

Die meisten staatlichen Kontrollen finden auf Voranmeldung statt, damit Tierhalter und Tiere tatsächlich anwesend sind. Mindestens 10 Prozent der Kontrollen müssen unangemeldet erfolgen.

Die kantonalen Veterinärdienste, die für die Kontrollen zuständig sind, führen in den landwirtschaftlichen Tierhaltungen noch weitere Kontrollen durch, wie zum Beispiel Nachkontrollen, risikobasierte Kontrollen und Kontrollen auf Grund von Meldungen Dritter. Diese zusätzlichen Kontrollen erfolgen praktisch immer unangemeldet. Wenn man diese Kontrollen berücksichtigt, fanden letztes Jahr über alle Kantone hinweg rund 60 Prozent aller Kontrollen in Nutztierbetrieben unangemeldet statt.

Vollzug effizienter machen

Aktuell wird ein neues Kontrollkonzept mit einer vermehrt risikobasierten und gleichzeitig verkürzten Grundkontrolle geprüft. Ziel ist der effizientere Vollzug. Zudem sollen auf diese Weise künftig mehr Ressourcen für Nachkontrollen und Mängelbearbeitung bei Risikobetrieben eingesetzt werden können. 

Laut der Verordnung über Informationssysteme im Bereich der Landwirtschaft (ISLV) müssen die Kantone seit dem 1. Januar 2015 ihre Kontrolldaten mindestens monatlich, teilweise wöchentlich, in Acontrol erfassen. Doch diese Erfassung erfolgt bis jetzt nicht reibungslos. Im Sommer 2018 will das BLW nun stichprobenmässig die Datenlieferungen des laufenden Jahres auf Vollständigkeit und Plausibilität prüfen um Probleme frühzeitig zu erkennen. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE