16.02.2015 12:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Technik
Nutztier-Epidemien mit Satellitendaten vorhersagen
Satellitendaten über Regen und Dürre können helfen, die Ausbreitung von Krankheiten Monate vorherzusagen. Damit liessen sich möglicherweise viele gefährdete Tiere und Menschen retten.

Das Team des US-Biologen Kenneth Linthicum hat beispielsweise eine Art Frühwarnsystem für das Rifttalfieber entwickelt, das vor allem Rinder betrifft und hauptsächlich in Afrika vorkommt. Der Forscher präsentierte die Resultate am Sonntag (Ortszeit) bei der Konferenz des weltgrössten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) im kalifornischen San Jose.

Zwei bis fünf Monate

«Wir können die Ausbrüche zwei bis fünf Monate, bevor sie passieren, vorhersagen», sagte Linthicum. Den Satellitenbildern entnehmen die Forscher unter anderem Daten über Regen, Überflutungen und Dürren, aus denen sie Informationen über die Verbreitung von Moskitos gewinnen und daraus Vorhersagen erstellen können.

Diese würden dann beispielsweise an die Vereinten Nationen gegeben, die sie an die betroffenen Länder weiterleiteten. So könnten die Menschen vor Ort gewarnt werden und beispielsweise Tiere impfen oder bei Ausbruch der Epidemie erkrankte Tiere in Quarantäne bringen.

Auch Menschen erkranken

Auch Menschen können an Riftalfieber erkranken. Sie stecken sich nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts, des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit, bei Kontakt mit infizierten Tieren an oder durch Insektenstiche. Besonders empfänglich seien Hauswiederkäuer (Schaf, Ziege, Rind) in Afrika. In Europa wurde die Erkrankung bislang nicht beobachtet.

Derzeit arbeiteten sie an der Entwicklung von Frühwarnsystemen auch für andere Krankheiten wie Malaria und Denguefieber, sagte Linthicum vom US-Landwirtschaftsministerium. «Schon in naher Zukunft werden wir in der Lage sein, die Ausbreitung weiterer Krankheiten vorherzusagen.»

Die Daten sollen dann offen zugänglich sein, eines Tages möglicherweise sogar in einer App für das Smartphone. Allerdings eigneten sich nicht alle Krankheiten für eine Prognose mittels Satellitendaten. Besonders die hauptsächlich den Menschen betreffenden Krankheiten seien damit schwieriger vorherzusagen.

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