19.08.2017 19:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Protest gegen Lebendtierexporte
Die internationale Tierschutzgruppe Compassion in world farming (CIWF) hat in Frankreich eine Kampagne gegen den Export von landwirtschaftlichen Nutz- und Schlachttieren in Drittländer gestartet. Ziel ist ein generelles Verbot der Lebendausfuhr in Staaten ausserhalb der Europäischen Union, welchem mit einer Petition an den französischen Landwirtschaftsminister Stéphane Travert Nachdruck verliehen werden soll.

Am vergangenen Donnerstag wurde von der Organisation ein Video ins Netz gestellt, das Tierschutzverstösse bei der Verschiffung von Rindern belegen soll. Das Bildmaterial stammt laut CIWF aus den Jahren 2014 bis 2017 und wurde auf neun Tiertransportschiffen gedreht, darunter vier in Frankreich zugelassenen Booten.

Diese Schiffe, so die Organisation, hätten niemals eine Genehmigung zum Tiertransport erhalten dürfen. Es handle sich um einfache Autofähren und Frachtschiffe mit zahlreichen Risiken für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Tiere. So seien unter anderem die Rampen viel zu steil, es fehle an ausreichender Belüftung und es gebe scharfe Ecken und Kanten, an denen sich die Tiere verletzen könnten.

Schiffe überbelegt

Zudem seien die Schiffe oft überbelegt und es gebe keinen verantwortlichen Veterinär an Bord. Keinesfalls besser sei der Langstreckentransport mit dem Lkw in Drittländer, der ebenfalls verboten gehöre. Die EU-Gesetze zum Tiertransport seien unzureichend, würden oft verletzt und zu wenig von Frankreich und anderen Ländern kontrolliert, kritisierte CIWF.

Dagegen sollte die Bevölkerung mit der Petition protestieren und sich für ein Ende der Lebendexporte in Drittländer einsetzen. Unterstützung erhoffen sich die Tierschützer auch vom neuen Umweltminister Nicolas Hulot. Dieser hatte Anfang August angekündigt, er wolle eine Denkfabrik zum Thema Tierwohl gründen, unter gemeinsamer Leitung eines Philosophen und eines Parlamentariers. Der Minister betonte, ihm reiche die Würdigung der Tiere im französischen Bürgerlichen Gesetzbuch als zu Empfindsamkeit fähige Wesen nicht aus. 

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