29.01.2018 15:16
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
Rindertuberkulose: 5 Höfe gesperrt
In Vorarlberg wurden vergangenen Woche fünf Betriebe wegen Verdachts auf Rindertuberkulose gesperrt. Die Region an der Grenze zur Schweiz kämpft seit Jahren mit der Krankheit.

Wie die Austria Presse Agentur (apa) am Freitag berichtete, befinden sich vier der Höfe im Montafon (Seitental bei Bludenz) und ein Betrieb in Dornbirn. Die Ortschaft liegt unmittelbar an der Schweizer Grenze.

Mutterkuh- und Milchviehbetriebe

Gemäss der Veterinärabteilung war in drei Montafoner Betrieben die diagnostische Tötung jeweils eines Tieres notwendig. In einem Betrieb ergab ein Schnelltest einen positiven Befund. «Für den endgültigen Nachweis muss noch das Ergebnis der Kultur abgewartet werden. Bis dahin bleibt die Betriebssperre aufrecht, was eine Sperre von mindestens acht Wochen bedeutet», der Landesveterinär Norbert Greber.

In einem weiteren Betrieb verlief die Untersuchung nach der diagnostischen Tötung eines Rindes negativ. Die verhängte Sperre bleibt aber bis zur Nachuntersuchung des Bestandes aufrecht. Bei drei der gesperrten Betriebe handelt es sich um Aufzuchtbetriebe respektive Mutterkuhhalter. Der vierte Fall betrifft einen Milchviehbetrieb.

Von Rotwild übertragen

In Dornbirn wurde auf einem Mastbetrieb eine Sperre verhängt. Der Verdachtsfall trat im Zuge der Schlachtung des Tieres auf. Die Ansteckung des Tieres ist bisher nicht nachvollziehbar, da die Masttiere des Hofes keinen Kontakt zu den Risikogebieten hatten. Weitere Abklärungen sind im Gang.

Aus dem Klostertal gibt es gute Nachrichten. Von dort gab es keine positiven Befunde. Vorarlberg kämpft bereits seit mehreren Jahren gegen die Tierseuche. Zuerst waren das Kloster- und das Silbertal betroffen, seit vergangenem Jahr ist auch das Montafon ein Bekämpfungsgebiet.

Als Hauptursache für die Fälle bei Nutztieren wurde mit Rindertuberkulose (TBC) infiziertes Rotwild ausgemacht. Während der Sömmerung kam es zu Ansteckungen auf den Alpen. Gemäss der Veterinärabteilung gingen die Fallzahlen von TBC infiziertem Rotwild zurück.

Rindertuberkulose

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden. BLV

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE