11.02.2020 11:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Tuberkulose
Rindertuberkulose: Massnahmen greifen
Rothirsche in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sind frei von der ansteckenden Krankheit Rindertuberkulose. Gemäss einer Studie zeigten die bisher getroffenen präventiven Massnahmen Wirkung.

Dass die Sicherheitsvorkehrungen gegen Rindertuberkulose greifen, offenbart eine neue Studie, die im Auftrag des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie des Kantons Graubünden und des Fürstentums Liechtenstein erstellt wurde. Die Bekämpfung der Tuberkulose bleibt aber weiterhin eine grosse Herausforderung. Deshalb werden nun basierend auf den Empfehlungen weitere Massnahmen evaluiert und der Erkenntnisgewinn vorangetrieben

Die Regulation von Rothirschbeständen, ein Fütterungsverbot und die Biosicherheit bei den Nutztieren blieben zentral, teilte das BLV am Dienstag mit. Dadurch sollen Kontakte zwischen Rothirschen und Nutztieren reduziert werden. Gegebenenfalls sind Massnahmen zur Lenkung der Tiere nötig, um Kontakte zwischen tuberkulosefreien und von Tuberkulose betroffenen Rothirschbeständen zu vermindern.

Seit Jahren ein Thema ist die Rindertuberkulose beim Rotwild in den österreichischen Bundesländern Vorarlberg und Tirol. Der Erreger beim Wild in Vorarlberg stelle eine Gefährdung für Mensch und Tier dar, hiess es. Vereinzelt sei es dort zu Ansteckungen bei Rindern gekommen.

Rindertuberkulose

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden. BLV

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