25.08.2017 12:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tierwohl
Risikobasierte Tierschutzkontrollen
Der Schweizer Tierschutz (STS) empfiehlt aufgrund der Erfahrungen des Falls Hefenhofen TG eine Abkehr von flächendeckenden, angemeldeten Tierschutzkontrollen hin zu einer Risikoauswahl der zu kontrollierenden Betriebe. So steige die Wahrscheinlichkeit, Tierschutzfälle aufzudecken.

Der Vollzug der Tierschutz-Gesetzgebung sei mehr als die Kontrolle von Vorschriften, schreibt der STS in einer Mitteilung vom Freitag. Zum Vollzug gehöre das Anordnen und das Durchsetzen von Verbesserungen bei Mängeln oder Missständen. Und dies dürfe nicht erst geschehen, wenn Medien Missstände und Defizite thematisierten. Das Ziel müsse ein besserer Tierschutzstandard sein mit einem spürbaren Rückgang von Gesetzesverstössen.

Der STS weise seit Jahren neben menschlichen und behördlichen Versagens auf einen Systemfehler im Gesetzesvollzug hin. Jeder direktzahlungsberechtigte Hof werde regelmässig von kantonalen Kontrollorganen und meist auf Voranmeldung überprüft. Die flächendeckend durchgeführten Kontrollen würden grosse personelle Ressourcen binden, die in der Folge bei der Bearbeitung gravierender Fälle fehlten. «Wir brauchen keine strengeren Gesetze und keine strengeren Kontrollen, aber wir brauchen mehr unangemeldete, risikobasierte Tierschutzkontrollen», wird Hansueli Huber, Geschäftsführer Fachbereich Schweizer Tierschutz STS in der Mitteilung zitiert.

Der STS plädiert dafür, dass jene Landwirtschaftsbetriebe, bei denen es in Sachen Tierschutz immer wieder zu Beanstandungen komme, mit Beratung, engmaschiger Überwachung und konsequenten Sanktionen saniert werden. Wenn alle Stricke rissen, seien Tierhalteverbote auszusprechen. Das Sanktionsschema bei Tierschutzverstössen im Rahmen der Direktzahlungen sei zudem zu überprüfen. Schwerwiegende Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung wie etwa mangelhafte Pflege, Mangelernährung, fehlendes Wasser, starke Überbelegung oder fehlender Auslauf müssten künftig zu erheblichen Kürzungen der Direktzahlungen führen, fordert der Tierschutz. Tierleid dürfe sich nicht auszahlen.

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