15.06.2018 12:50
Quelle: schweizerbauer.ch - Eveline Dudda, lid
Serie Tierwohl (8/35)
Strafverfahren gegen Heimtierhalter
Tierwohl ist ein Schlüsselelement für die hohe Akzeptanz der heimischen Landwirtschaft in der Bevölkerung. In der Serie «Tierwohl» werden die zahlreichen Aspekte beleuchtet. Im Teil acht geht es um Strafverfahren und Sanktionen in der Tierhaltung.

Der Wandel im Umgang mit dem Tier spiegelt sich auch in der Anzahl Strafverfahren. Gesamtschweizerisch landeten laut der „Stiftung für das Tier im Recht“ in den vergangenen zehn Jahren fast viermal so viele Tierschutzvergehen vor dem Gericht.

Im Jahr 2016 wurde mit 2'397 Fällen ein neuer Höchstwert verzeichnet. Meistens ging es um Heimtiere, in rund jedem vierten Fall waren Nutztiere involviert. 

Professionalität oder Dunkelziffer?

In 1'426 Fällen waren Hunde betroffen, auf 1'000 Hunde entfielen schweizweit 2,8 Strafverfahren. In zehn Prozent der Fälle handelte es sich allerdings nur um mangelhafte Beaufsichtigung eines Hundes und in der Hälfte der Fälle um einen fehlenden Sachkunde-Nachweises (der heute gar nicht mehr erforderlich ist). 

In der Nutztierhaltung kamen auf 1'000 Stück Rindvieh 0,22, auf tausend Schweine 0,06 Strafverfahren. Das kann man als Zeichen der Professionalität in der Nutztierhaltung und als Beweis für weitgehend funktionierende Kontrollen werten. Die Stiftung Tier im Recht sieht die tiefe Beanstandungsrate jedoch als ein Zeichen für eine höhere Dunkelziffer an. 

Sanktionen für Bauern

Nicht jeder Verstoss ist ein Fall fürs Gericht. Im Gegensatz zu Heimtierhaltern können Nutztierhalter nämlich sanktioniert werden, zumindest wenn sie direktzahlungsberechtigt sind. Laut den Acontrol-Daten wurden im Jahr 2016 auf rund 14'800 Landwirtschaftsbetrieben Tierschutzkontrollen durchgeführt. 

Bei 3'100 (19 Prozent) kam es zu einem oder mehreren Verstössen, bei den Kontrollen der Tierwohlprogramme auf 15'200 Landwirtschaftsbetrieben wurden rund 1'100 Verstösse gemeldet (7 Prozent). Deshalb wurden den betroffenen Betrieben die Direktzahlungen um rund 3 bis 4 Millionen Franken gekürzt.

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