14.10.2020 16:01
Quelle: schweizerbauer.ch - rup
Tiergesundheit
Tierarzt von Tierquälerei freigesprochen
Ein Tierarzt wurde nach einem Fall im Kanton Zürich angeklagt, weil er einem verletzten Rind Leid zugefügt habe. Wie der «Tagesanzeiger» berichtet, sei der Tierarzt nun vom Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen worden.

Der Fall spielte sich Ende 2017 ab. Im Zürcher Bezirk Bülach sei der Tierarzt auf ein erwachsenes, hochträchtiges Rind getroffen. Dieses sei festliegend gewesen, so der «Tagesanzeiger». Seine Verdachtsdiagnose: «Becken- oder Oberschenkelfraktur». Dem seit 37 Jahren praktizierenden Tierarzt sei schnell klar gewesen, dass das schwer verletzte Rind geschlachtet werden musste.

Ins Schlachthaus geführt

Daraufhin sei das Tier mit dem Viehanhänger und ohne jegliche Fixation des Bruchs zur Krankenschlachtung in das rund 25 Minuten Fahrzeit entfernte Schlachthaus gebracht worden. Der Stress sei in Kauf genommen und damit habe er das Tier erheblichen zusätzlichen und unnötigen Belastungen ausgesetzt, beschreibt der «Tagesanzeiger» die Anklage. 

Stattdessen hätte das hochträchtige Rind direkt im Stall betäubt und unter gleichzeitigem konservativem Kaiserschnitt entblutet werden sollen, so die Tageszeitung. 

Erst verurteilt...

Der Tierarzt wurde dafür zuerst vom Bezirksgericht Bülach wegen vorsätzlicher Tierquälerei zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 450 Franken verurteilt und verzichtete auf eine Busse. Gemäss dem Tagesanzeiger wehrte sich der Tierarzt vor dem Obergericht. Er sei kein Tierquäler und habe das Beste für alle Beteiligten herausgeholt. 

... dann freigesprochen

Schliesslich sprach das Obergericht den Tierarzt frei. Es stehe fest, dass das Tier erheblich verletzt war und dass der Arzt das registriert habe. Es sei aber nicht bewiesen, dass das Rind mit dem Transport einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt gewesen sei, zitiert der «Tagesanzeiger» das Obergericht. Und vor allem setze die Tierquälerei die Misshandlung, Vernachlässigung, die unnötige Überanstrengung oder die Missachtung der Würde des Tieres voraus. 

Das Überleben des ungeborenen Kalbes und das Interesse des Bauern an der Verwertung des Fleisches, seien höher zu gewichten als das Interesse des Rindes, dass ihm zusätzliche Belastungen, die ein Transport mit sich bringt, erspart bleiben. 


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