26.07.2019 19:51
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Bern
Tierarzt wegen Tierquälerei verurteilt
Ein Tierarzt aus dem Berner Oberland wird wegen Tierquälerei zu eine bedingten Geldstrafe von 28'500 Franken verdonnert, schreibt die «Berner Zeitung». Der Tierarzt erlaubte den Transport eines schwer verletzten Rindes zum Schlachthof, statt dieses sofort zu erlösen.

Der Tierarzt habe anfangs Sommer 2018 die Bewilligung zum Transport eines verletzten Rindes zur Notschlachtung in ein Schlachthaus erteilt, obwohl dieses aufgrund der Wirbelsäulenfraktur nicht transportfähig gewesen sei und an Ort und Stelle hätte getötet werden müssen, lautete der Vorwurf.

Durch den Transport sei in Kauf genommen worden, dass dem Rind unnötig starke Schmerzen und Leiden zugefügt worden seien. Zudem soll er in der «Tierärztlichen Bescheinigung zu Handen der Fleischkontrolle» dem Tier einen guten Gesundheitszustand attestiert und dessen Transportfähigkeit bestätigt haben, obwohl er das verletzte Tier nie selber gesehen und untersucht habe.

Einsprache gegen ursprüngliche Strafe

Der Tierarzt wurde nun wegen Tierquälerei und falsches Ärztliches Zeugnis schuldig gesprochen. Die Strafbefehl lautete wie folgt: bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 570 Franken, ausmachend 28'500 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren, plus eine Verbindungsbusse von 6'840 Franken und die gesamten Verfahrenskosten.

Insgesamt hätte er ursprünglich 7'340 Franken bezahlen müssen. Weil er gegen den Strafbefehl Einsprache erhob, kam es am Donnerstag zur Hauptverhandlung am Regionalgericht Oberland in Thun.

Mitarbeiter stellte falsche Diagnose

Der Tierarzt bestätigte bei der Einvernahme, dass nicht er, sondern ein Mitarbeiter die Untersuchung vorgenommen habe. «Der Mitarbeiter hat mir bestätigt, dass das Rind transportfähig sei», gab der Beschuldigte zu Protokoll.

Er habe anschliessend die Transportbescheinigung ausgestellt. Denn ein Mitarbeiter hat nicht eine Wirbelsäulenfraktur, sondern ein Achillessehnenriss diagnostiziert. Ein als Zeuge geladener Mitarbeiter des Veterinärdienstet sagt, dass ein Tierarzt vor dem Erstellen des Zeugnisses ein Tier persönlich untersuchen müsse.

Neues Urteil gesprochen

Nun hat der Gerichtspräsident den Tierarzt gemäss «Berner Zeitung» zu einer bedingten Geldstrafe von 48 Tagessätzen zu je 380 Franken, ausmachend 18'240 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zu einer Verbindungsbusse von 4'560 Franken verurteilt. Zudem werden ihm Verfahrenskosten von 2'396 Franken auferlegt. 

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann innert 10 Tagen angefochten werden, was gemäss Verteidiger der Fall sein wird.

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