12.06.2017 08:37
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Tiergesundheit
Tierheilpraxen: Strikte Kontrollen
Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) will sich gegen den Wildwuchs von Anbieter komplementärer Heilmethoden in der Tiermedizin wehren. Sie will sich für einheitliche Regeln und strikte Kontrollen von Tierheilpraktikern einsetzen.

Die Vorschriften für Tierheilpraxen sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich. In einigen Kantonen dürfen Tierheilpraktiker beispielsweise Akupunkturnadeln einsetzen, in anderen nicht. Zudem dürfen sie in einigen Kantonen praktizieren, ohne eine Praxisbewilligung zu besitzen. Wie die GST in einer Medienmitteilung schreibt, will sie sich nun für einheitlichere Regeln und striktere Kontrollen von Tierheilpraktikern einsetzen.

Im Gegensatz zu den Tierärztinnen und Tierärzten verfügen Tierheilpraktiker über keine reglementierte Ausbildung. Die Delegiertenversammlung der GST hat am Donnerstag einen entsprechenden Antrag der Schweizerischen Tierärztlichen Vereinigung für Komplementär- und Alternativmedizin angenommen.

Komplementäre Heilmethoden für Mensch und Tier

Weil viele Menschen komplementäre Heilmethoden für sich selbst in Anspruch nehmen, steigt auch das Bedürfnis, Haustiere mit komplementären Methoden behandeln zu lassen. Gemäss GST sollten zum Wohle des Tieres nur gut ausgebildete und kompetente Fachpersonen in tiermedizinischen Heilberufen tätig sein. Eine bessere Reglementierung macht für die Kunden transparenter, wer eine intensive Ausbildung abgeschlossen hat.

Für die Reglementierung der Berufe im Bereich der Komplementärmedizin sind die Kantone zuständig. Deshalb will sich die GST auf kantonaler Ebene für einheitliche Vorgaben einsetzen. Tierärztinnen und Tierärzte, welche ein einem Bereich der Komplementärmedizin tätig sind, haben nach dem Studium mehrjährige Weiterbildungen durchlaufen. Die GST verleiht Fähigkeitsausweise an Tierärzte mit entsprechender Ausbildung. 

Bei Bedarf an Tierarzt mit Fähigkeitsausweis wenden

Anerkannte Richtungen der Komplementärmedizin bei Tieren sind für die GST, Homöopathie, Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Phytotherapie, Osteopathie sowie Chiropraktik. Die Erstdiagnose ist mit Ausnahme von Bagatellfällen durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt wichtig, um die richtige Therapie einzuleiten. Tierhaltenden, welche ihr Tier mit Komplementärmedizin behandeln möchten, wird empfohlen, sich an einen Tierarzt mit Fähigkeitsausweis GST zu wenden.

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) vertritt als Dachverband die beruflichen Interessen von 3000 Mitgliedern gegenüber der Politik und den Behörden, verwandten Verbänden und Partnern. Mit Öffentlichkeitsarbeit das positive Bild des Tierarztes in der Gesellschaft gefördert werdeb. Im Interesse des einzelnen Tierarztes nimmt die GST Einfluss auf die Rahmenbedingungen für die Berufsausübung. Im Jahr 2013 feierte die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte das 200-jährige Bestehen.

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