3.07.2019 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Zürich
Tierschützer bringt Journalisten vor Gericht
Am Mittwoch müssen sich zwei Tamedia-Journalisten wegen übler Nachrede vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Der Vorwurf: Sie hätten in einem Textteil über den Thurgauer Tierschützer Erwin Kessler unter anderem dessen Verurteilung wegen Rassendiskriminierung aufgewärmt, dabei sei diese schon über zehn Jahre her.

Anlass für den Artikel «Wir lieben und wir fressen sie» war der Pferdequäler-Fall Hefenhofen. Die Journalisten veröffentlichten im August 2017 im «Tages-Anzeiger» und im «Bund» einen Text, der das Verhältnis zwischen Mensch und Tier beleuchten sollte.

Darin stand unter anderem, dass Kessler und sein Verein gegen Tierfabriken (VgT) umstritten seien. Dem VgT würden rassistische und antisemitische Tendenzen vorgeworfen. Kessler sei wegen Rassendiskriminierung verurteilt worden und schon etliche Male vor Gericht gestanden.

Der Staatsanwalt wirft den beiden Journalisten nun vor, damit Kesslers Ruf geschädigt zu haben. Schliesslich sei die Verurteilung wegen Rassendiskriminierung über zehn Jahre her. Beim Lesen des Textes erhalte der Durchschnittsleser aber den Eindruck, Kessler sei mehrmals wegen Rassendiskriminierung angeklagt worden.

Dafür sollen sie wegen übler Nachrede verurteilt und mit einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je 100 Franken bestraft werden. Der VgT-Präsident zieht immer wieder vor Gericht, vor allem gegen Medienschaffende, aber auch gegen andere Tierschützer, die mit der Vorgehensweise des Thurgauers nicht einverstanden sind.

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