Freitag, 25. Juni 2021
07.06.2018 12:05
Serie Tierwohl (1/35)

Tierwohl ist Schlüsselelement

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: Eveline Dudda, lid

Tierwohl ist ein Schlüsselelement für die hohe Akzeptanz der heimischen Landwirtschaft in der Bevölkerung. In der Serie «Tierwohl» werden die zahlreichen Aspekte beleuchtet. Im Teil eins geht es um die aktuelle Stellung des Tierwohles in der Schweiz.

Im Jahr 2017 haben zwei von drei vom gfs-Bern Befragte dieses als mindestens so wichtig angesehen wie die Nahrungsmittelproduktion, den Naturschutz und die Landschaftspflege. Tierwohl ist denn auch ein wichtiges Argument für Schweizer Konsumenten um Eier, Milch und Fleisch aus dem Inland zu kaufen. 

Tatsächlich hebt sich die Schweizer Tierschutzgesetzgebung von den Mindestvorschriften im Ausland ab. Sie ist in vielen Punkten strenger. Allerdings ist auch sie ein Kompromiss, der nicht das maximale Tierwohl sicherstellt, sondern lediglich Haltungsformen verhindert, die als Tierquälerei bezeichnet werden müssen. 

Darüberhinausgehende, tierfreundlichere Haltungssysteme sind in der Schweiz freiwillig und sie werden – verglichen mit Biodiversität oder Landschaftsqualität – verhältnismässig wenig vom Staat unterstützt oder gefördert. Für Landschaftsqualität gibt der Bund jährlich doppelt so viel aus wie für tierfreundliche Haltungssysteme und für das Wohl von Tagfaltern und Heuschrecken steht mit dem Biodiversitätsbudget ebenfalls mehr Geld zur Verfügung. 

Billig oder tiergerecht?

Die Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden mit ihrem Kaufverhalten, ob es den Nutztieren zu Lebzeiten gut geht oder nicht. Die Umsatzanteile aus dem Lebensmittelhandel zeigen allerdings, dass Tierwohl vor allem dann als Verkaufsargument zieht, wenn es sich um Frischfleisch handelt.

Auch da ist der Label-Anteil aus tierfreundlichen Haltungsverfahren in einigen Kategorien bescheiden. Offenbar will die Gesellschaft fürs Tierwohl vermehrt die Politik in die Pflicht nehmen. Aktuell stehen mehrere Initiativen, Interpellationen und Vorstösse zu tierwohlrelevanten Themen an: Die Hornkuh-Initiative, die Fair-Food-Initiative, Massentierhaltungsinitiative etc. 

Spitzenposition in Gefahr

Die Agrarpolitik zielt dagegen seit ein paar Jahren auf die Gegenseite: Fleisch und Lebensmittel sollen nach dem Willen des Bundesrates billiger werden und auch vermehrt aus dem Ausland kommen. Aus Ländern, in denen die Tierhaltungsbedingungen oft meilenweit von den Standards in der Schweiz entfernt sind. Mit höheren Importen wird mehr Druck auf die Preise, die Bauern und letzten Endes die Nutztiere aufgebaut. 

Die Schweiz droht ihre Spitzenposition zu verlieren: In Deutschland und Österreich haben Politik und Handel das Tierwohl bereits als Argument für den Schutz der heimischen Produktion entdeckt. Und sie arbeiten darauf hin, dieses Argument massiv zu stärken. Im Gegensatz zur Schweiz.

Mehr zum Thema
Tiergesundheit

Tierfreundliche Haltungssysteme seien weiter auszubauen, da der Effekt beim Ammoniakausstoss gering sei, schreiben STS, Mutterkuh Schweiz und IP-Suisse. - Samuel Krähenbühl Ein gemeinsamer Forschungsauftrag vom Schweizer Tierschutz (STS), Mutterkuh Schweiz…

Tiergesundheit

v.l.: Jürg Moll, Geschäftsführer; Urs Schnyder designierter Geschäftsführer und VR-Präsident Lucas Casanova. - Marcel Wipfli Das IT- und Genetik-Unternehmen  hat am Mittwoch über die vorzeitige Nachfolgeregelung für die Geschäftsführung informiert.…

Tiergesundheit

Die Schweizer Nutztiere fressen 30 Millionen Tonnen Futter. - Susanne Meier Das Tierfutter für die hiesigen Nutztiere stammt laut Schweizer Bauernverband zu 84 Prozent aus der Schweiz und zu 97…

Tiergesundheit

Viele Infektionskrankheiten werden von Tieren auf den Menschen übertragen. - Joseph Mucira Drei Viertel aller neu auftretenden Infektionskrankheiten beim Menschen haben ihren Ursprung im Tierreich. Darauf hat die Ernährungs- und…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE