30.01.2019 06:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Tierwohl: Label kommt gut an
2017 wurde in Dänemark ein staatliches Tierwohlsiegel eingeführt. Das Label kommt bei den Bürgern gut an.

Das staatliche Tierwohlsiegel in Dänemark kommt bei den dortigen Verbrauchern offenbar gut an. Nach Angaben des Kopenhagener Landwirtschaftsministeriums kennt rund eineinhalb Jahre nach seiner Markteinführung mehr als die Hälfte der Bürger das Label, das seit Mai 2017 bei den Haltungsbedingungen von Schweinen und seit November 2018 bei Masthühnern höhere Standards setzt als gesetzlich vorgegeben.

Laut Darstellung des Ministeriums läuft auch die praktische Umsetzung der mit dem Siegel einhergehenden Vorgaben weitgehend störungsfrei. Eine von der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde vorgenommene Untersuchung in rund 100 teilnehmenden Läden habe keine Unregelmässigkeiten bei der Auszeichnung oder beim Verbraucherschutz gezeigt.

Auch Prüfungen in den zertifizierten Agrarbetrieben hätten allenfalls geringfügige Verstösse gegen die Auflagen ergeben. Das vom dänischen Staat, dem Lebensmitteleinzelhandel und dem Dachverband entwickelte dreistufige Tierwohlsiegel soll den Konsumenten durch eine einfache und klare Kennzeichnung mehr Transparenz liefern und den Tierschutz nachhaltig verbessern.

Sauen freilaufend halten

Über die Anforderungen an die Haltung gibt dabei die Anzahl aufgedruckter Herzen auf dem Logo Auskunft. Um die Voraussetzungen für die erste Stufe des Tierwohlsiegels zu erfüllen, müssen die Schweinehalter unter anderem die Sauen freilaufend halten, auf das Kupieren von Schwänzen verzichten und den Tieren mehr Platz und Stroh zur Verfügung stellen.

Für zwei und drei Herzen werden darüber hinausgehend jeweils noch mehr Platz pro Tier und zusätzliche Strohgaben verlangt. Bei Hähnchen müssen die teilnehmenden Betriebe bei der Mast auf langsam wachsende Rassen setzen und den Tieren ebenfalls mehr Platz bieten. Zudem werden eine bessere Kontrolle der Fussballen auf krankhafte Veränderungen sowie kürzere Transportzeiten verlangt.

Für die Auszeichnung des Hähnchenfleisches mit zwei Herzen muss zusätzlich jedem Tier noch mehr Platz eingeräumt werden; ferner werden Beschäftigungsmaterial und eine ballaststoffreiche Fütterung beziehungsweise eine Frischluftzufuhr verlangt. In der Stufe drei sind nochmals mehr Fläche, ein attraktiver Aussenbereich mit Bäumen oder Sträuchern sowie bessere Beschäftigungsmöglichkeiten vorgeschrieben.

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