8.03.2018 13:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Tierkrankheit
Tuberkulose: Engere Zusammenarbeit
Die vier Länder Deutschland, Liechtenstein, Österreich und die Schweiz wollen bei der Überwachung und Bekämpfung der Tuberkulose beim Rotwild im Alpenraum enger zusammenarbeiten. Sie haben am Mittwoch in Salzburg eine gemeinsame Erklärung dazu unterschrieben.

Ziel sei es, die Ansteckung von Menschen und Nutztieren zu verhindern, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vom Donnerstag.

Denn die Tuberkulose beim Wild im Alpenraum stelle eine Gefährdung für Mensch und Tier dar. Seit Jahren werde der Erreger Mycobacterium caprae beim Rotwild im alpinen Raum im Grenzgebiet von Deutschland und Österreich festgestellt. Vereinzelt sei es dort zu Ansteckungen in Rinderbeständen gekommen.

Die Schweiz und Liechtenstein seien bislang nicht betroffen. Alle vier Länder gälten zudem weiterhin als «offiziell anerkannt frei von Tuberkulose in der Rinderpopulation». In der Erklärung sei vereinbart worden, dass die Überwachung und Bekämpfung der Tuberkulose verstärkt koordiniert erarbeitet und umgesetzt werde. Dazu werde eine länderübergreifende Kerngruppe eingesetzt.

Die Ausbreitung der Tuberkulose beim Wild sowie der Erfolg der Bekämpfungsmassnahmen sollen transparent für alle dokumentiert werden. Wo Lücken in der Forschung bestehen, sollen diese gemeinsam angegangen werden.

Rindertuberkulose

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden. BLV

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