10.10.2019 12:43
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Tuberkulose: Teilweise Entwarnung
Der Verdacht auf eine TBC-Erkrankung bei zwei Rindern im Bezirk Bludenz nahe der Schweiz, bei denen in der Vorwoche ein erster Test eine positive Hautreaktion gezeigt hatte, hat sich bei weiteren Untersuchungen in der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nicht bestätigt.

Das gab die Abteilung Veterinärangelegenheiten im Amt der Vorarlberger Landesregierung am Dienstag bekannt.

Die beiden Rinder waren nach dem Erstergebnis vorsorglich getötet worden. Der im Raum stehende Krankheitsverdacht bei diesen Tieren, die zusammen mit nachweislich TBC-positiv-befundeten Rindern aus dem Walgau den Sommer gemeinsam auf einer Alpe verbracht haben, ist somit ausgeräumt. Landesrat Christian Gantner zeogt sich spürbar erleichtert: "Das bange Warten auf den Befund hat jetzt zum Glück ein Ende. Zusammen mit den betroffenen Landwirten und der Veterinärbehörde bin ich froh, dass sich dieser TBC-Verdacht nicht bewahrheitet hat." 

Nachdem im betroffenen Betrieb im Walgau mittlerweile die ersten Desinfektionsmassnahmen durchgeführt wurden und eine erste Untersuchung aller Kontakttiere keine weiteren Positiv-Fälle erbracht hat, konzentriert sich jetzt die weitere Vorgehensweise auf die Vorbereitung der Untersuchung aller Tiere, die in den bekannt gefährdeten Regionen des Landes (Überwachungsgebiet) gealpt wurden. 

Die Kontakttiere des von TBC betroffenen Betriebes im Walgau bleiben weiterhin für die Verbringung gesperrt und werden noch zweimal im Abstand von zwei Monaten untersucht. Ungeachtet dessen hat diese Sperre keinen Einfluss auf die TBC-Freiheit der jeweiligen Heimbetriebe der Kontakttiere. 

Rindertuberkulose

Beim Rind kann die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Anzeichen der Krankheit Monate bis Jahre dauern. In einer späten Phase der Erkrankung zeigt sich die Tuberkulose bei Rindern als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne Abklärung im Labor kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in den freilebenden Populationen erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerregern zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Die Tuberkulose ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt melden. BLV

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