13.11.2017 11:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Homöopathie
Umfrage: Setzen Sie auf Homöopathie?
Am Montag beginnt die Antibiotika-Awareness-Woche, die die Antibiotikaresistenzen in den Fokus stellt. Für Fredy Koller aus Nebikon LU ist das ein wichtiges Thema – auch wenn er im Stall kaum noch Antibiotika einsetzen muss. Wie Sieht es bei Euch aus? Setzt Ihr bei Euren Tieren Homöopathie ein? Stimmt ab und diskutiert mit.

Seit 2004 wendet Fredy Koller, Meisterlandwirt aus Nebikon LU und seine Frau Silvia die Homöopathie an. Ihre Wirkung entdeckten sie eher zufällig, als sie ihre zahnenden Kinder  behandelten. Der Schritt, homöopathische Globuli auch im Stall anzuwenden, war klein. Aber erfolgreich. Heute behandelt Fredy Koller seine Tiere meist homöopathisch.

Lösungen aufzeigen

Seine Tiere, das sind sechs Mastschweine für die Direktvermarktung, 180 Legehennen, zwölf Swiss-Fleckvieh-Kühe und Mastkälber. Gerade bei den Mastkälbern komme es hin und wieder zu Lungenentzündungen, die ein Eingreifen des Tierarztes nötig machen würden, bedauert er. «Wenn Kälber aus mehreren Ställen zusammenkommen, ist das nicht ideal. Hier sind   die Abnehmer gefordert, Lösungen aufzuzeigen.»

Die Milch wird zu Spezialitäten wie Bauernhofglace verarbeitet und in die Käserei geliefert. «Eine gute Milchqualität ist für uns absolut zentral – wirtschaftlich, weil zu hohe Zellzahlen Abzug geben, aus Sicht des Tierwohls und gegenüber den Konsumenten», betont der Meisterlandwirt. «Das heisst, dass ich im Notfall etwa  bei Mastitis  auch Antibiotika einsetze, wenn die Globuli nicht anschlagen und eine Milchprobe aufgezeigt hat, um welchen Keim es sich handelt. Die Grenze ist erreicht, wenn eine Kuh nicht mehr frisst und Fieber hat. Man darf ein Tier nicht leiden lassen. Grundsätzlich behandle ich  nicht selber mit Antibiotika. Das ist Sache des Tierarztes. Er muss das richtige Mittel wählen, um die Gefahr der Resistenzbildung   klein zu halten.»

Arbeitskreis und Kurs

Während der Nebikoner Bauer bei der Schulmedizin auf die Hilfe des Tierarztes zählt, bildet  er sich bei der Homöopathie laufend   weiter. «Ich bin in einem Arbeitskreis und habe auch den Grundkurs zur homöopathischen Stallapotheke besucht», zählt er auf.

Homöopathie brauche viel Erfahrung – so sei bei einer  milchbetonten Kuh bei Mastitis unter Umständen ein anderes Mittel angezeigt als bei einer rundlichen und am Abend ein anderes Mittel als am Morgen. «Im Notfall rufe ich bei Kometian an. Die 24-Stunden-Telefon-Hotline zur alternativmedizinischen Beratung hat mir schon oft geholfen.»

Keine Vorwürfe

Fredy Koller hat dank der Alternativmedizin den Antibiotikaeinsatz auf seinem Betrieb massiv senken können. Seinen Berufskollegen, die die kritischen Mittel öfter einsetzen müssen, macht er keinen Vorwurf: «Die Landwirtschaft hat die Hausaufgaben gemacht, insgesamt ist der Antibiotikaverbrauch seit 2008 um 40 Prozent zurückgegangen. Wir sind auf dem richtigen Weg. Schade ist, dass unser Einsatz nicht besser gewürdigt wird.»

Wie sieht es bei Euch aus? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Homöopathie schon gemacht? Stimmt ab und diskutiert mit.

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