5.11.2018 09:51
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Seuchen
Was passiert im Seuchenfall?
Der Bund entschädigt zwar in Seuchenfällen die Tierverluste. Für alle weiteren Betriebsausfälle kommt der Landwirt selber auf.

Listeriose-Fälle, Afrikanische Schweinepest, Salmonellen in Eiern – die Liste an Beispielen von Seuchen und kursierenden Krankheitserregern in den vergangenen Jahren ist lang. Infektionsquellen stellen weltweit und auch in der Schweiz immer wieder eine Gefahr für Mensch und Tier dar. 

Nachholbedarf

«Viele Milchbauern denken, dass der Bund im Seuchenfall Verluste entschädigen wird», sagt Robert Wyss von der Axa Winterthur. Tatsächlich entschädigt die öffentliche Hand  Tierverluste. Allerdings: «Wenn der Landwirt sechs Monate keine Milch mehr abliefern kann, bleiben diese Ausfälle unersetzt», betont Wyss. Die öffentliche Hand entschädigt gemäss Tierseuchengesetzgebung in keinem Fall die finanziellen Folgen des Betriebsunterbruches. Viele Milchviehbetriebe werden grösser und halten mehr Tiere. 

Dort müsse man das Thema ansprechen und sich die Frage stellen, ob die Existenz im Seuchenfall gefährdet ist oder nicht. Viele Milchbauern seien sich der Auswirkungen für den eigenen Betrieb im Seuchenfall nicht bewusst. Anders sehe es bei Schweine- und Geflügelhaltern aus. Für Geflügelhalter steht eine Branchenlösung im Vordergrund. Viele Schweinehalter würden vor allem an die meldepflichtige Tierseuche Enzootischen Pneumonie (EP) denken und sich deshalb versichern lassen, sagt Wyss.

Gefahr durch MKS

Obschon die Katastrophe in England, welche die Maul- und Klauenseuche (MKS) beim Rindvieh angerichtet hat, bereits 17 Jahre zurückliegt, stellt das Virus nach wie vor eine Gefahr dar. Dazu das Radar-Bulletin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im September 2018: «Die Gefahrenlage für die Schweiz ist unverändert, es besteht weiterhin ein bedeutendes Risiko einer Einschleppung aus Nordafrika und der Türkei.» 

Mit einer Epidemieversicherung können Milchviehhalter den Umsatzausfall bei auf Milchvieh übertragbaren Krankheiten versichern. Weiter ist eine Zusatzdeckung für Verluste durch akuten Botulismus möglich.

Versicherungsbeispiel

Mit folgendem Beispiel wird eine Versicherungsleistung von 160'600 Franken erbracht: Ein Milchviehbetrieb mit 50 Kühen, einer Jahresmilchmenge von  300'000 Kilogramm und einem Milchpreis von 73 Rappen pro Kilogramm kann in einem MKS-Seuchenfall während vier Monaten keine Kühe halten. In den Folgemonaten muss er über Monate hinweg den Viehbestand aufstocken. Eindrücklich bei diesem Beispiel ist, dass der Umsatzverlust wegen der Stallräumung etwa gleich hoch ist wie der Tierverlust. 

Die Emmental Versicherung bietet neu eine Epidemieversicherungslösung die Axa Winterthur eine für die Milch-, Schweine-, Geflügelhaltung sowie für Aquakulturen an.

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