31.08.2020 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Antibiotika
Weniger Antibiotika eingesetzt
Die Gesamtmenge verkaufter Antibiotika zur Behandlung von Tieren hat in der Schweiz im vergangenen Jahr weiter abgenommen.

Wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Montag mitteilte, wurde eine Wirkstoffmenge von insgesamt 30 108 kg abgesetzt; das waren 7,1 % weniger als 2018. In den vergangenen zehn Jahren ist der Antibiotikaverbrauch um 55 % gesunken.

Verbrauch um 24% gesunken

Diese kontinuierliche Abnahme weist laut BLV auf eine hohe Sensibilisierung der Tierärzteschaft und Tierhaltenden hin, was sich auch am Rückgang bei den kritischen Antibiotika zeigt. Der Verbrauch dieser Wirkstoffe ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 24 % gesunken, gegenüber 2016 sogar um mehr als die Hälfte. Bei den ausschließlich für Heimtiere zugelassenen Antibiotikapräparaten war gegenüber 2018 dagegen ein moderater Anstieg von 1,5 % festzustellen, was vor allem auf die vermehrte Abgabe von Penicillinen zurückzuführen war.

Überprüfung bei gesunden Nutztieren

Um die Entwicklung von Resistenten zu beobachten, überprüft die Schweiz laut BLV analog zur Europäischen Union Resistenzen bei gesunden Nutztieren. Im vergangenen Jahr wurden schwerpunktmäßig Proben von Mastschweinen und -kälbern untersucht. Die Daten von gesunden Schlachttieren zeigten dabei keinen Anstieg von Resistenzen gegenüber den untersuchten Antibiotika. In den Fleischproben blieb zudem das Vorkommen von resistenten Escherichia coli-Bakterien auf einem sehr niedrigen Niveau.

Resistenzen zum Teil weiterhin gering

Beim Schwein waren den Ergebnissen zufolge die Resistenzraten der Bakterienart Campylobacter jejuni/coli gegenüber der kritischen Antibiotikaklasse Fluorchinolone leicht steigend. Erfreulich war jedoch, dass die Resistenzen gegenüber Makroliden, einer anderen kritischen Antibiotikaklasse, weiterhin gering blieben. Der Keim Staphylococcus aureus kann bei mehreren Antibiotika resistent sein. Bei Schweinen waren Resistenzen dieses Keims weiterhin steigend; bei Mastkälbern wurde hingegen der tiefste Wert seit 2013 gemessen.

Das BLV wies darauf hin, dass 2019 das Informationssystem Antibiotika für Veterinärmedizin (IS-ABV) eingeführt worden sei, in dem Tierärzte den Verbrauch dieses Medikaments festhalten müssen. Diese Daten ermöglichten es künftig, einen übermäßigen oder unsachgemäßen Antibiotikaeinsatz zu identifizieren.

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