22.08.2018 15:10
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Umfrage
Wurden Sie auch schon angeschwärzt?
Urs und Barbara Lüthi aus Burgdorf BE wurden von Unbekannten wegen angeblich schlechter Tierhaltung beim Veterinäramt angeschwärzt. Der Vorwurf erwies sich als haltlos. Wurden Sie auch bereits einmal anonym angeschwärzt? Wenn ja, wie haben Sie reagiert? Und was könnte man dagegen tun?

Der Vorfall ereignete sich in den vergangenen Wochen. Die stattliche Black-Angus-Mutterkuh-Herde von Urs und Barbara Lüthi aus Burgdorf BE verbrachte auch während der Hitzeperiode einige Stunden auf der Weide. Allerdings nicht, wie sonst üblich, während vierundzwanzig Stunden, sondern nur ab den frühen Abendstunden bis um neun Uhr morgens.

Gespräch nicht möglich

«Weil die Tiere durch die Hitzeperiode auf der Weide kaum mehr Futter fanden, werden sie jeweils am Morgen im Laufstall gefüttert», so IP-Landwirt Urs Lüthi zu «Schweizer Bauer». Eine unbekannte Person hingegen erachtete das Vorgehen als schlechte Tierhaltung. Die Tiere seien ohne Schutz der Hitze ausgesetzt gewesen und hätten seit Wochen kein Fressen mehr bekommen, sagte diese gegenüber dem kantonalen Veterinäramt. Dieses kontaktierte umgehend die Familie Lühti. «Ich war wie vor den Kopf geschlagen», sagt der Burgdorfer Landwirt.

Lüthi konnte die Angelegenheit mit dem Veterinäramt klären. Diese machte dem Bauern aber klar, dass ein weiterer anschwärzender Anruf eine Tierschutzkontrolle auslösen würde. «Zu unseren Lasten notabene, während die anklagende Person anonym bleiben darf», so der verärgerte Landwirt. Und offenbar haben sich in diesem Sommer bereits viele Bürgerinnen und Bürger beim Veterinäramt wegen ähnlichen Fällen gemeldet. Lüthis sind enttäuscht. Sie ärgern sich, weil die verunglimpfende Person nicht das Gespräch mit ihnen gesucht hat. Hierbei hätten sich die Haltung der Tiere erklären können. 

Viele Kommentare

Auch Online-Kommentator Roland Meister hat bereits eine unangenehme Erfahrung machen müssen. Bei ihm war ein Grossaufgebot an Polizei, Tierschutz, Veterinäramt und Journalisten auf dem Hof aufgekreuzt. Wanderer alarmierten die Behörden, dass bei einer Kuh Eingeweide sichtbar seien. Es stellte sich dann heraus, dass es sich um die Nachgeburt handelte. Die Wanderer gaben zu Protokoll, so etwas gehöre nicht auf eine Weide.

Auf Facebook wurde zum Artikel eifrig diskutiert. Er hat über 20'000 Personen erreicht. Es gab 40 Kommentare dazu. So meinte ein User, dass durch das aktuelle System ein Wissender einen Bauern in den Konkurs treiben können. Den die daraus folgenden Tierschutzkontrollen würden immer zu Lasten des Tierhalters einhergehen. Viele Kommentiere haben kein Verständnis für das Anschwärzen.

Eine Kommentatorin merkt jedoch an, dass es immer noch Bauern gäbe, die ihre Tiere bei dieser grossen Hitze keinen Schatten ermöglichen würden. Diese kleine Minderheit würde das Bild der korrekt handelnden Bauern verschlechtern. Nicht korrekt handelnden Bauern müsse man auf die Fingern schauen. Sie selber betreibe einen Bauernhof.

Wurden Sie bereits zu Unrecht bei den Behörden angeschwärzt? Wenn ja, wie haben Sie reagiert? Und was könnte man dagegen tun, dass sich solche Fälle nicht wiederholen? Abstimmen und mitdiskutieren.

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