16.07.2017 07:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Zu wenig über Tierarzneimittel informiert
Deutsche Bundesbürger haben eine positive Einstellung zur medikamentösen Behandlung von Kleintieren, wissen jedoch zum Teil nur wenig über die Zulassung und Kontrolle von Tierarzneimitteln. Dies ist nach Angaben des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) das Ergebnis einer Umfrage, die im vergangenen Jahr vom europäischen Verband für Tiergesundheit (IFAH-Europe) in sechs EU-Staaten durchgeführt wurde und deren Resultate jetzt für den Bereich Kleintiere vorliegen.

Laut BfT stimmten knapp 60 % der Bundesbürger der Aussage zu, „Haustiere haben den gleichen Anspruch auf Arzneimittel wie Menschen“. Rund zwei Drittel seien der Meinung, dass Haustiere „wie unsere Kinder“ vorbeugend geimpft werden sollten, und 70 % befürworteten Massnahmen gegen Flöhe und Zecken.

Auf der anderen Seite fühlten sich nur 18 % der Befragten von den Medien gut über das Thema Tierarzneimittel informiert. Mehr als ein Drittel wüssten jedoch nicht, dass die Tiermedikamente vor dem Verkauf getestet und geprüft werden müssten, so der BfT. T

Standards wie für Menschen

Sogar drei Fünftel der Deutschen hätten keine Kenntnis davon, dass Tierarzneimittel den gleichen Sicherheitsstandards wie Arzneimittel für den Menschen unterlägen und von unabhängigen Wissenschaftlern bewertet und geprüft werden müssten, bevor sie in den Verkauf gingen.

Als wichtigste Informationsquellen zu Fragen des Tierarzneimitteleinsatzes hätten die Befragten den Tierarzt mit 51 % und das Internet mit 58 % genannt.

Lange Entwiclkungszeit

Angesichts der nur lückenhaft vorhandenen Kenntnisse wies der BfT ausdrücklich darauf hin, dass Tierarzneimittel einer strengen behördlichen Zulassung nach vergleichbaren Vorgaben wie bei Medikamenten für Menschen unterliegen. Es gebe umfangreiche Sicherheitsüberprüfungen, die das Zieltier, den Anwender und die Umwelt beträfen.

Die Forschung und Entwicklung eines neuen Wirkstoffes bis hin zur Zulassung eines fertigen Arzneimittels könne bis zu zehn Jahre in Anspruch nehmen und koste Schätzungen zufolge bis zu 150 Mio Euro. Auch nach der Zulassung würden die Herstellung und Sicherheit des Produktes fortlaufend überwacht.

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