15.08.2017 17:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Waadt
Zwei Vogelgrippefälle bei Yverdon
Zum ersten Mal seit Anfang Januar sind in der Schweiz zwei Tiere an der Vogelgrippe gestorben. Es handelt sich um zwei Schwäne am Neuenburgersee bei Yverdon-les-Bains VD. Der Bund klärt mit den kantonalen Behörden ab, ob es weitere Fälle gibt.

Die beiden jungen Höckerschwäne wurden am vergangenen Donnerstag tot aufgefunden, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Dienstag mitteilte. Sie seien im Rahmen des ordentlichen Untersuchungsprogramms zur Überwachung der Wildvögel entdeckt worden. Die Todesursache ist gemäss Laborbefund das Vogelgrippe-Virus H5N8. Dabei handle es sich um den gleichen Subtypus, der bereits vergangenen Winter in der Schweiz grassierte.

Weitere Untersuchungen im Gang


Europaweit gab und gibt es auch in den vergangenen Monaten immer wieder Fälle des Vogelgrippe-Virus, zuletzt in Italien. Auch wenn diese vermehrt während der Zeit des intensiven Wildvogelzugs auftreten, können Vögel auch in den übrigen Jahreszeiten daran erkranken. In der Schweiz ist es der erste Fall seit dem 6. Januar, als im Kanton Genf ein Vogelgrippefall gemeldet wurde, wie BLV-Sprecher Stefan Kunfermann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Insgesamt gab es 121 bestätigte Fälle auf 376 analysierte Tiere. Es handelte sich vorwiegend um Reiherenten, Möwen und Schwäne. Nun werde untersucht, ob weitere Vögel vom Virus betroffen seien. Sei dies der Fall, werde entschieden, ob vorsorgliche Massnahmen nötig seien.

Stallpflicht aufgehoben

Im März hob der Bund verschiedene Präventionsmassnahmen zur Vogelgrippe auf - mit dem Verweis, dass die Ansteckungsgefahr für Hausgeflügel gesunken sei. Während mehrere Wildvögel an dem Virus verendeten, wurden beim Hausgeflügel in der Schweiz keine Fälle bekannt.

Die Präventionsmassnahmen waren seit dem 12. November des vergangenen Jahres in Kraft. So durften etwa Futter- und Tränkestellen für Wildvögel nicht zugänglich sein. Zudem mussten Gänse- und Laufvögel vom übrigen Hausgeflügel getrennt gehalten werden. Einige Tiere mussten, weil dies für ihre Halter nicht anders zu bewerkstelligen war, faktisch immer drinnen bleiben.

Keine Gefahr für Menschen

Der Berner Tierpark Dählhölzli verlegte einige seiner Vögel zeitweise von den Aussenanlagen in geschlossene Gebäude. Die Enten und Gänse mussten etwa in der Quarantänestation bleiben. Die Pelikane und Flamingos kamen vorübergehend in ihren Winterställen unter. Anfang Februar durften die Flamingos wieder ins Freie.

Mit den zwei neu entdeckten Fällen ruft der Bund die Bevölkerung generell zur Wachsamkeit auf. Halterinnen und Halter von Hausgeflügel seien angehalten, verdächtige Todesfälle ihrem Tierarzt zu melden. Personen, welche auf Kadaver stossen, seien gebeten, diese nicht zu berühren und sich an eine Polizeistelle oder Wildhüter zu wenden. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 auf Menschen übertragen wird.

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