Mittwoch, 7. Dezember 2022
28.06.2022 11:59
Tierschutz

Tierschutz fordert Umdenken bei Hochleistungszucht

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Von: ats

Der Schweizer Tierschutz (STS) fordert ein Umdenken in der Schweizer Geflügelfleisch- und Eierproduktion. Eine Richtungsänderung in der Geflügelzucht sei dringend notwendig. Dies fordern auch wie im Nationalrat eingereichte Vorstösse.

Der Schweizer Tierschutz (STS) fordert langsamer wachsende Zuchten bei den Mastpoulets und eine geringere Legeleistung bei den Legehennen.

Ein Richtungswechsel in der Geflügelzucht sei dringend notwendig, um das Tierleid zu lindern, berichtet der STS in einer Mitteilung. Dies verlangen auch zwei im Nationalrat eingereichte Vorstösse.

Bundesrat will nicht mitmachen

Im Nationalrat werden demnächst zwei Vorstösse behandelt, die verlangen, dass die hochgezüchtete Eier- und Geflügelfleischproduktion mehr in Richtung Tierwohl gelenkt wird. Nationalrätin Martina Munz (SP/SH), Mitglied Zentralvorstand des Schweizer Tierschutz STS, will, dass der Bund rasch Einfluss auf die Geflügelzucht nimmt, um eine tiergerechte Eier- und Geflügelfleischproduktion zu gewährleisten.

In seiner Antwort schreibt der Bundesrat, dass durch «Anpassung der Zuchtziele in den letzten Jahren eine wesentliche Verbesserung der Gesundheit von Mastpoulets erreicht» worden sei. Eine zu oberflächliche Feststellung, die aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS der geltenden problematischen Situation in der Geflügelzucht nicht gerecht wird.

Nationalrätin Meret Schneider (Grüne/ZH) verlangt, dass durch eine Änderung des Tierschutzgesetzes Qualzuchten in der Hühnermast verboten werden. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung ihres Vorstosses.

«Fragwürdig bis inakzeptabel»

«Aus Tierschutzsicht ist die Entwicklung in der Geflügelzucht fragwürdig bis inakzeptabel», hielt Cesare Sciarra, Geschäftsführer Kompetenzzentrum Nutztiere des Schweizer Tierschutz STS, an der diesjährigen STS-Nutztiertagung in Aarau fest.

«Die Leistung der Tiere muss in Bahnen gelenkt werden, die für sie erträglich ist.» Um Konsumentinnen und Konsumenten für die heute problematische Geflügelzucht zu sensibilisieren, schlägt Sciarra eine gemeinsame Kommunikationsoffensive von Tierschutz, Detailhandel, Gastronomie, Tierhaltern und verarbeitender Branche vor.

Auf Produzentenseite seien erste positive Anzeichen für ein Umdenken erkennbar, die unbedingt gefördert werden müssten.

Kranke Tiere werden gezüchtet

Eine Studie der Universität Bern ergab, dass 97 Prozent der Legehennen ein gebrochenes Brustbein aufweisen.

Ursache für die gebrochenen Brustbeine bei den Legehennen ist die wegen der Hochleistungszucht verringerte Kalziumversorgung, die wichtig für Eischalenbildung und Knochenbildung ist. Durchschnittlich legt eine hochgezüchtete Legehenne ein Ei pro Tag.

Bei tiergerechterer Legeleistung sind weniger Frakturen zu erwarten, die Tiere wären gesünder und hätten weniger Schmerzen. Übermässig schnell wachsende Mastpoulets sind mit knapp über 30 Lebenstagen bereits schlachtreif, zu diesem Zeitpunkt teilweise gehunfähig und weisen oft Herz-Kreislaufprobleme auf.

Diese Hochleistungszucht in der Geflügelproduktion ist weltweit standardisiert; die Schweiz ist vollständig von ausländischen Zuchtunternehmen abhängig.

Anders als bei allen anderen Nutztierarten gibt es beim Geflügel keine nationalen Zuchtprogramme mehr.

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One Response

  1. Dafür mehr Tiere halten das der Bedarf gedeckt ist, was hankerum mehr Kraftfutter benötigt und wir zur Massentierhaltern werden.
    Ja bravo

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