29.10.2017 08:17
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
Toskana will 26 Wölfe abschiessen
In der Toskana sollen nach dem Willen der Regionalregierung insgesamt 26 Wölfe abgeschossen werden. Dazu braucht es jedoch die Genehmigung von Umweltminister Gian Luca Galletti in Rom.

Der für Landwirtschaft zuständige Landesrat Marco Remaschi wandte sich Medienberichten zufolge deshalb vergangene Woche mit einem formellen Brief an den Minister. Remaschi zufolge handelt es sich bei den betreffenden Tieren um Wölfe, die sich auf das Reissen von Schaf- und Rinderbeständen spezialisiert haben.

In der Toskana leben laut offiziellen Schätzungen etwa 530 Wölfe. In den vergangenen drei Jahren seien mehr als 1500 Wolfsangriffe von Nutztierhaltern gemeldet worden, heisst es in den Berichten. Wobei die Regionalregierung von einer grösseren Dunkelziffer ausgehe, weil die Halter „aus Frustration“ nicht mehr alle Fälle melden würden.

Unmut der Bauern wächst

Die Region habe deutlich in Schutzmassnahmen investiert und Entschädigungen an die betroffenen Landwirte ausgezahlt, betonte Remaschi. Insgesamt soll das Engagement in den vergangenen drei Jahren mehr als 3 Mio Euro gekostet haben. Die Bauern seien nicht mehr in der Lage, die Folgen der ständigen Angriffe der Wölfe zu tragen, stellte der Vorsitzende der italienischen Sozialdemokraten (PD) im Regionalrat, Leonardo Marras, fest. Die Betroffenen würden sich täglich an die regionalen Politiker wenden und unmittelbare Antworten erwarten.

Der Unmut über die wachsende Wolfspopulation in der Region ist gewachsen. In der Toskana wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Tiere illegal getötet und teilweise auch zur Schau gestellt. Der jüngste Fall ereignete sich vor zwei Wochen, als zwei Wölfe von Wilderern getötet und am Dorfeingangsschild von Radicofani in der Provinz Siena aufgehängt wurden.

Das von der EU geförderte Projekt „Life Medwolf“ stellte Anzeige und mahnte zum wiederholten Male eine bessere Zusammenarbeit zwischen Tierschützern und Bauern an, um gemeinsam zu von allen Seiten geteilten Lösungen zu gelangen.

Wolf auf Verkehrsinsel

Der Bürgermeister von Radicofani, Francesco Fabbrizzi, sprach von einer gravierenden und geschmacklosen Gewalttat. Kurz darauf wurde Medienberichten zufolge ein enthaupteter Wolf auf einer Verkehrsinsel vor Pergola in der Provinz Pesaro-Urbino in der Nachbarregion Marken gefunden, der dort offensichtlich platziert worden war. In beiden Fällen dauern die Ermittlungen noch an. 

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