Montag, 17. Mai 2021
24.05.2018 07:01
Bienen

Bauern retten Millionen Bienen

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Die Aargauer Bauern schaffen in einem Ressourcenprojekt mit diversen Massnahmen gute Lebensbedingungen für Wild- und Honigbienen. Bisher mit grossem Erfolg. Das Ziel ist, das Projekt auszuweiten.

Honig- und Wildbienen steigern die Erträge vieler Nutzpflanzen. Doch mit ihrer Gesundheit und mit den Lebensbedingungen steht es nicht zum Besten. Das hat der erste Weltbienentag am vergangenen Sonntag aufgezeigt.

2000 und 3000 Franken pro Jahr

Klar ist aber auch: Betriebsleiter können mit einer schonenden Bewirtschaftung wesentlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bienen beitragen. Deshalb hat der Kanton Aargau 2017 das Ressourcenprojekt bienenfreundliche Landwirtschaft gestartet. Es fördert mit rund 5,3 Millionen Franken von 2017 bis 2022 bienenfreundliche Massnahmen. 

Mit Erfolg: 316 der 2500 Bauernbetriebe im Aargau nehmen am Ressourcenprojekt teil. Sie erhalten zwischen 2000 und 3000 Franken pro Jahr. Ralf Bucher vom Aargauischen Bauernverband ist zufrieden: «Das Projekt ist sehr gut angelaufen. Das Interesse ist hoch bei den Betrieben, und vor allem setzen sie viele Massnahmen um.»

Kein Aufbereiter

Neun Grundmassnahmen müssen von allen teilnehmenden Bauern erfüllt werden. Zu diesen gehört etwa, dass bei Bienenflug nicht gemäht oder dass kein Aufbereiter eingesetzt wird, dass abdriftmindernde Applikationstechniken im Pflanzenschutz genutzt werden oder dass der Pflanzenschutz im Obstbau optimiert wird. 

Zusätzlich muss mindestens eine von zehn Einzelmassnahmen, die separat entschädigt werden, getroffen werden. «Die Einzelmassnahme, dass der  Weissklee als Bienentracht sechs Wochen stehen bleiben muss, wird allein auf 686 ha umgesetzt. Das rettet Millionen von Bienen das Leben», freut sich Bucher. «In einer Studie wurden auf einer Weisskleewiese nach dem Mähen bis zu 24’000 flugunfähige Bienen pro Hektare gezählt.»  

Dauert vorerst bis 2022

Das Aargauer Projekt dauert vorerst bis 2022. Es ist aber gut möglich, dass es bis dahin auch von anderen Kantonen übernommen werden wird und dass die Landwirtschaft schweizweit noch bienenfreundlicher wird. «Es ist das Ziel des Ressourcenprojekts, dass man in einem abgegrenzten Raum Erfahrungen sammelt und die Massnahmen dann breitflächig umsetzt», sagt Bucher. «Wir haben überraschend positive Ergebnisse, wollen aber noch wissenschaftlich belegen, was die Massnahmen bringen.» 

Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband begrüsst das Projekt und hofft, dass es dereinst in der ganzen Schweiz umgesetzt werden kann: «Wir warten zusammen mit dem Aargauer Bauernverband die Resultate ab, dann werden wir uns für die Verbreitung einsetzen.»

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