Dienstag, 28. September 2021
21.08.2013 07:42
Wolf

Bauernverband fordert wolfsfreie Zonen

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Das Bundesamt für Umwelt überarbeitet das Wolfskonzept. Schon ab 2014 sollen Wölfe abgeschossen werden können, um Bestände zu regulieren. Der Bauernverband und die Schafzüchter begrüssen dies.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) überarbeitet  derzeit das Wolfskonzept. «Wir möchten regulierend eingreifen können, wenn sich Wölfe stark vermehren und  trotz Herdenschutzmassnahmen wiederholt Nutztiere reissen», erklärt Reinhard Schnidrig, Chef  der Sektion Jagd  des Bafu. «Unter diesen Umständen sollen einige Tiere eines Rudels zum Abschuss freigegeben werden können.» Heute können nur einzelne Wölfe abgeschossen werden, wenn sie trotz Herdenschutz eine bestimmte Anzahl Schafe reissen. «Diese Kriterien bleiben auch im überarbeiteten Konzept bestehen», betont Schnidrig. «Wird ein Rudel aber zu gross, müssen wir reagieren können.»

Neues Wolfskonzept vorstellen

Schnidrig möchte das neue Wolfskonzept im Winter vorstellen und dann in die Vernehmlassung geben. Meistert es diese, soll es schon im Sommer 2014  in Kraft treten. Ausschlaggebend für die Überarbeitung ist nicht nur das erste Wolfsrudel mit Welpen, das seit diesem Jahr  am Calanda umherstreift. Das Bafu reagiert auch auf den politischen Druck aus dem Parlament. Dieses debattierte mehrmals über den Wolf. Es beauftragte im Juni den Bundesrat, dafür zu sorgen, dass der Wolfsschutz gelockert wird, obschon der Wolf durch die Berner Konvention international geschützt ist.  «Die Kommission  der Berner Konvention  hat uns gegenüber   nun betont, dass Wölfe in Ausnahmefällen getötet werden dürfen.  Dies ermöglicht nach unserer Auffassung eine Regulierung des Bestandes», betont Schnidrig.

Bourgeois will wolfsfreie Zonen

Jacques Bourgeois, Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes, begrüsst die Pläne des Bafu und betont, man warte gespannt auf die Präsentation des neuen Konzepts. «Wir sind aber weiterhin der Überzeugung, dass man die Anliegen der Schafhalter besser berücksichtigen muss. Sie brauchen faire Rahmenbedingungen, und es dürfen ihnen keine neuen Auflagen oder Kosten aufgebürdet werden.» In der dicht besiedelten Schweiz habe der Wolf nicht überall Platz, findet Bourgeois. «In Frankreich gibt es bereits Vorschläge, wolfsfreie Zonen zu schaffen. Dies wäre auch bei uns begrüssenswert.»

Auch für Germann Schmutz, Präsident des Schafzuchtverbandes, ist das Vorgehen des Bafu ein Schritt in die richtige Richtung. Er wirft aber ein, dass Herdenschutzmassnahmen  gar  nicht überall möglich seien: «Was passiert mit den Alpen, welche man im Moment nicht schützen kann?»

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